KAGes erhält zwei Klima-Awards für Gesundheitsprojekte

Die steirische Krankenanstaltengesellschaft wurde am Montag für zwei klimafreundliche Initiativen ausgezeichnet. Prämiert wurden ein Mobilitätsprojekt in Rottenmann-Bad Aussee und eine Medikamenten-Umstellung am Grazer Uniklinikum.
Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig überreichte am Montag zwei Best Practice Awards für klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen an Vertreter der KAGes. Ausgezeichnet wurden das LKH-Univ. Klinikum Graz und der Spitalsverbund Rottenmann-Bad Aussee.
Die Preise gingen an die „EcoCharity-Challenge“ am LKH Rottenmann-Bad Aussee sowie an das Projekt „Paracetamol – oral statt intravenös!“ am LKH-Univ. Klinikum Graz. Der Award wird heuer zum vierten Mal vom Gesundheitsministerium und der Gesundheit Österreich (GÖG) vergeben. Die KAGes war in den vergangenen drei Jahren stets unter den Preisträgern vertreten.
Für den Spitalsverbund Rottenmann-Bad Aussee ist es die erste derartige Auszeichnung. Das Grazer Klinikum erhielt den Award bereits zum vierten Mal – zuvor für Mitarbeitermobilität, regional-saisonale Speisenzubereitung und Klimatipps für Beschäftigte.
Verantwortung im Gesundheitssektor
„Der Gesundheitssektor verursacht in Österreich gut fünf Prozent der Treibhausgasemissionen, wovon ein großer Teil auf die Spitäler entfällt. Die KAGes ist sich ihrer Verantwortung sehr bewusst und schließt in ihr ökologisches Engagement, wie die beiden Awards zeigen, sämtliche Unternehmensbereiche ein“, erklärte Prim. DDr. Erich Schaflinger, MSc, Vorstandsvorsitzender der KAGes.
Mag. DDr. Ulf Drabek, MBA MSc, KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik, betonte: „Allein im vergangenen Jahr haben die neun Umwelt- und Klimaschutzteams der KAGes rund 200 Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt. Wir freuen uns, dass diese Bemühungen regelmäßig mit den Best Practice Awards gewürdigt werden“.
Über 100.000 Kilometer CO2-frei zurückgelegt
Von Anfang Juli bis Ende Oktober des vergangenen Jahres machten Mitarbeitende der Standorte Rottenmann und Bad Aussee bei der EcoCharity-Challenge mit. 180 Personen in 35 Gruppen traten gegeneinander an. In vier Monaten legten sie mehr als 100.000 Kilometer ohne CO2-Ausstoß zurück, meistens mit dem Fahrrad, aber auch zu Fuß. Die Strecken wurden mit einer App aufgezeichnet. Dadurch wurden insgesamt 19 Tonnen CO2 eingespart.
Zusätzlich motivierte das soziale Engagement. Partnerfirmen des Spitalsverbunds zahlten als Sponsoren Geld für jeden Kilometer. Am Ende gingen 1.500 Euro an eine bedürftige Familie im Bezirk. Die Lions Anasia Liezen hatten sie vorher ausgesucht.
Das Projekt wirkt auch lange nach. Viele der Sommerradler fahren jetzt dauerhaft mit dem Rad, wenn das Wetter es zulässt.
„Für uns war die Eco-Charity-Challenge weit mehr als ein Wettbewerb. Sie hat Nachhaltigkeit im Alltag erlebbar gemacht, Mitarbeitende miteinander verbunden und gleichzeitig einen sozialen Zweck unterstützt. Besonders stolz macht uns, dass aus einer Idee unseres Energie- und Umweltteams innerhalb von zwei Jahren ein Projekt entstanden ist, an dem mehr als jeder vierte Mitarbeitende unserer beiden Standorte teilgenommen hat“, resümierte Adelheid Stiendl, Betriebsdirektorin des LKH Rottenmann-Bad Aussee.
Tabletten statt Infusionen
Am LKH-Univ. Klinikum Graz wurde das Projekt „Paracetamol – oral statt intravenös!“ ausgezeichnet. Circa 18 Prozent der Treibhausgasemissionen der KAGes werden durch Medikamente verursacht. Allein am Grazer Uniklinikum werden jährlich rund 180.000 Stück Paracetamol zur Schmerzlinderung und Fiebersenkung verabreicht. In rund 20 Prozent der Fälle erhalten Patienten das Mittel als Infusion.
Die Gabe über die Vene (intravenös) belastet das Klima viel stärker als die Gabe als Tablette. Sie verursacht etwa 26-mal so viel CO2. Grund dafür sind die energieaufwendige Herstellung der Glasflasche, die Verpackung, der Transport und zusätzliches Material wie das Infusionsbesteck. Studien zeigen, dass beide Formen gleich gut gegen Schmerzen helfen.
Eine Infusion erzeugt außerdem viel mehr Abfall und hat ein höheres Infektionsrisiko. Das Pflegepersonal braucht dafür deutlich mehr Zeit, und sie kostet mehr. Deshalb startete im September des vergangenen Jahres ein Projekt für den häufigeren Einsatz von Tabletten. Beteiligt sind die Lokale Umwelt- und Klimaschutzkoordination des LKH-Univ. Klinikum, die klinischen Pharmazeuten der Anstaltsapotheke und ein Anästhesist.
Die Paracetamol-Infusion wird nur dann durch Tabletten ersetzt, wenn das medizinisch vertretbar ist und die Patienten sie leicht einnehmen können. Das Projekt wird laufend überprüft.
„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, bestehende Abläufe immer wieder zu hinterfragen und dort anzusetzen, wo wir mit einfachen Maßnahmen viel bewirken können. Der gezieltere Einsatz von Paracetamol als Tablette ist dafür ein gutes Beispiel: Wir sparen Ressourcen, vermeiden Abfall und reduzieren CO₂-Emissionen – und verbinden damit Klimaschutz ganz konkret mit einem verantwortungsvollen Krankenhausbetrieb. Gerade die Summe solcher Maßnahmen macht am Ende einen entscheidenden Unterschied“, sagte der Betriebsdirektor des LKH-Univ. Klinikum Graz, Dr. Bernd Leinich.
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