KAGes recycelt Narkosegase und spart CO2

Die steirische Spitalsgesellschaft KAGes hat ihre Narkosen umweltfreundlicher gestaltet: Lachgas ist seit Ende 2024 aus den OP-Sälen verbannt, das verbleibende Narkosegas Sevofluran wird sparsamer dosiert und zunehmend recycelt. Allein 2025 wurden so knapp 27 Tonnen CO2 eingespart.
An zahlreichen chirurgischen Standorten der KAGes wurden Narkosemaschinen mit Technik ausgestattet, die ausgeatmetes Narkosegas auffängt und in Kartuschen speichert. Das gesammelte Gas geht zurück an den Hersteller zur Wiederaufbereitung. Für Patientinnen und Patienten ändert sich dadurch nichts, der Ablauf der Narkose bleibt identisch.
„Das System funktioniert sehr gut. Für die Arbeit des Anästhesisten bedeutet das Narkosegasrecycling keine Veränderung im Arbeitsablauf – und aus ökologischer Sicht ist es zu begrüßen“, erklärt Geza Gemes, Anästhesie-Primar am LKH Hochsteiermark, Standort Leoben.
Fast alle Spitalsverbünde der KAGes setzen mittlerweile auf Recycling. Den Anfang machte der LKH-Standort Feldbach. Zuletzt wurden am LKH-Standort Leoben sieben von zehn Narkosemaschinen im Zentral-OP umgerüstet, die restlichen drei sollen Anfang 2027 folgen.
René Rosenbichler, Leiter für technischen Betrieb und Medizintechnik am LKH-Standort Leoben, berichtet: „Die Umrüstung der Narkosemaschinen verursacht zwar Kosten – ein Teil davon wird jedoch durch verringerte Stromkosten für die bisherigen Absaugvorrichtungen eingespart. Deren Einsatz haben wir in Leoben betriebszeitenbezogen zusätzlich optimiert.“
Lachgas komplett gestrichen
Bereits zum Jahresende 2024 stellte die KAGes die Verwendung von Lachgas als Narkosegas ein. Stattdessen kommt nun Sevofluran zum Einsatz, das auf 100 Jahre gerechnet das geringste Treibhausgaspotenzial unter den verfügbaren Narkosegasen aufweist. Dennoch bleibt es klimaschädlich – daher wird es so sparsam wie möglich dosiert, ohne die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu beeinträchtigen.
Zusätzlich könnten vermehrt flüssige Narkosemedikamente über die Vene verabreicht werden. Auch diese Substanzen haben allerdings Umweltauswirkungen. Ganz ersetzen lassen sich Narkosegase voraussichtlich nicht, der Verbrauch kann aber deutlich gesenkt werden.
27 Tonnen CO2 eingespart
Laut Zertifikaten des recycelnden Unternehmens sparte die KAGes im Jahr 2025 – noch ohne den Standort Leoben – knapp 27 Tonnen CO2-Äquivalente ein. Das entspricht den Emissionen von 140.000 bis 200.000 Autokilometern.
Die positiven Effekte ergeben sich nicht nur aus der Wiederverwertung von Sevofluran, sondern auch aus dem reduzierten Stromverbrauch für Absauganlagen.
Klimapakt und PROKlima+
Rudolf Elsenwenger, Zentraler Umwelt- und Klimaschutzkoordinator der KAGes, erläutert: „Die KAGes hat sich in ihrer Umweltstrategie PROKlima+ das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 ihre eigenen, im Unternehmen freigesetzten Treibhausgasemissionen weitgehend zu eliminieren und auf fünf Prozent Restemission zu reduzieren und ist Kooperationspartner des Klimapakts der Stadt Graz. Einen von vielen Beiträgen dazu leistet unser Engagement, Narkosen ökologisch zu optimieren – in enger Kooperation mit unseren Anästhesistinnen und Anästhesisten.“
Narkosegas-Recycling läuft bereits an folgenden Standorten: LKH Oststeiermark (Feldbach und Hartberg), LKH Graz II (Standort West), LKH Südweststeiermark (Deutschlandsberg und Wagna, Bad Radkersburg in Vorbereitung), LKH Rottenmann – Bad Aussee (Rottenmann), LKH Hochsteiermark (Leoben) sowie LKH-Standort Weiz.
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