KAGes überarbeitet Personalplanung für 9.400 Pflegekräfte

Die steirische Krankenanstaltengesellschaft passt ihre Personalbedarfsberechnung an neue Anforderungen an. Rund 200 Führungskräfte diskutierten bei einer Tagung in Graz, wie der Bedarf künftig präziser ermittelt werden kann.
In der Pflege der KAGes sind derzeit rund 9.400 Menschen beschäftigt. Die Berechnungsgrundlagen für den Personalbedarf stammen allerdings noch aus dem Jahr 2006 und wurden zuletzt 2013 angepasst. Nun arbeitet die Krankenanstaltengesellschaft an einer umfassenden Weiterentwicklung ihrer Planungsmethoden.
Bei der Pflegemanagementtagung am 21. Oktober im Steiermarkhof Graz tauschten sich etwa 200 Führungskräfte und Experten darüber aus, wie die Planung stärker an den tatsächlichen Erfordernissen ausgerichtet werden kann.
Gesetzesnovellen erweiterten Kompetenzen
Seit 2016 haben mehrere Novellen des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes die Kompetenzen verschiedener Pflegeberufe ausgeweitet. Diese Änderungen machen nicht nur eine Anpassung der Personalplanung nötig, sondern erfordern auch neue Formen der Organisation und Zusammenarbeit in den Spitälern.
„Veränderungen gelingen nicht allein durch neue Konzepte, sondern vor allem durch die Menschen, die sie im Alltag umsetzen“, erklärte KAGes-Vorstandsvorsitzender Erich Schaflinger. Die Führungskräfte könnten Verbesserungen aktiv mitgestalten, da sie die Herausforderungen in ihren Teams kennen würden.
Der Zweite Landtagspräsident Werner Amon, der für Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl die Begrüßung übernahm, betonte die Bedeutung attraktiver Arbeitsbedingungen: „Damit die Menschen in der Steiermark auch künftig gut versorgt werden, müssen wir nicht nur neue Pflegekräfte gewinnen, sondern auch jene im Beruf halten, die bereits tagtäglich einen unverzichtbaren Beitrag leisten.“
Transparenz bei Ressourceneinsatz
KAGes-Vorstand Ulf Drabek (Finanzen und Technik) unterstrich, dass eine fundierte Bedarfsberechnung Transparenz schaffe und den gezielten Einsatz personeller und finanzieller Ressourcen ermögliche. Versorgungsqualität und wirtschaftliche Verantwortung müssten miteinander verbunden werden.
Von den 9.400 Pflegebeschäftigten sind etwa 6.300 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (DGKP), 400 Pflegefachassistenten (PFA) und 2.700 Pflegeassistenten (PA). Neben der Anzahl gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wie die verschiedenen Berufsgruppen optimal zusammenarbeiten können.
Unterschiedliche Anforderungen berücksichtigen
KAGes-Direktorin für Pflege Eveline Brandstätter erläuterte, dass eine Bettenstation andere Anforderungen stelle als eine Ambulanz oder Tagesklinik. Auch im Nachtdienst brauche es andere organisatorische Lösungen. „Diese Unterschiede müssen sich künftig noch stärker in unserer Personalbedarfsberechnung widerspiegeln“, so Brandstätter.
Die Tagung beleuchtete aktuelle Entwicklungen zur Personalbedarfsberechnung sowie Ansätze für einen ressourcen- und kompetenzorientierten Nachtdienst. In einer Podiumsdiskussion wurde die Zusammensetzung unterschiedlicher Pflegequalifikationen, der sogenannte „Grade-Mix“, thematisiert und nationale Ansätze verglichen.
Langzeitpflege mit eigenen Rahmenbedingungen
Ein weiterer Schwerpunkt galt dem Personaleinsatz in der Langzeitpflege. Dort gelten andere Rahmenbedingungen als im Akutkrankenhaus, unter anderem durch die Personalausstattungsverordnung (StPAVO 2025) des Landes Steiermark. Die Veranstaltung griff diese Besonderheiten auf.
Neben der Personalplanung standen auch Recruiting und Onboarding neuer Mitarbeiter auf dem Programm. Dr. Bardia Monshi setzte mit seiner Keynote „New Work, New Tools, New Leadership“ den inhaltlichen Schlusspunkt und vermittelte Impulse für zeitgemäße Führung.
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