Kahler kehrt für Olympia-Traum ins Becken zurück

Mathias FischerMathias Fischer
Schwimmer im Wettkampf in Bahnen, Wasser spritzt, Schwimmbecken
© Jim De Ramos / Pexels (Symbolbild)

Die österreichische Schwimmerin Marlene Kahler startet bei der Langbahn-EM in Paris ihr Comeback. Nach Studium und Karrierestart im Marketing hat die 25-Jährige ihre Leidenschaft für den Sport wiederentdeckt – mit Los Angeles 2028 als Ziel.

Marlene Kahler steht bei der Langbahn-EM in Paris wieder auf großer Bühne. Die Olympia-Teilnehmerin von 2021 hatte eigentlich mit dem Leistungssport abgeschlossen. Doch der Gedanke an die Spiele in Los Angeles ließ sie nicht los – ausgerechnet in jener Stadt, wo sie Wirtschaft studiert hatte.

Bei der Abschlusszeremonie ihrer akademischen Ausbildung im Memorial Coliseum überkam die Niederösterreicherin Gänsehaut. Der Funke für einen neuen Anlauf war gezündet.

Zunächst zog Kahler nach New York und begann im Marketing-Bereich zu arbeiten. „Ich bin neun Stunden an meinem Arbeitsplatz gesessen und habe mir gedacht, das Schwimmen vermisse ich schon“, erzählte sie der APA. Die Vorjahres-WM in Singapur öffnete ihr endgültig die Augen: „Ich habe unserem Team zugeschaut und mir gedacht, das könnte sich noch einmal ausgehen.“

Rückkehr nach Notoperation verzögert

Im vergangenen September entschied sich Kahler nach einem Gespräch mit Coach Balasz Feheravari in der Südstadt, sich auf die LA-Limitjagd vorzubereiten. Bei der Kurzbahn-EM in Lublin erreichte sie über 400 m Kraul den 13. Platz und hofft nun auf einen Platz als Bundesheer-Sportlerin.

Im April hätte allerdings alles vorbei sein können: Eine Notoperation warf die Athletin zurück. „Ich bin vorher sehr gut geschwommen, das war dann aber ein Schock und das dauert“, sagte Kahler. Die nötige Substanz für einen Start über 800 m Kraul in Paris fehlt daher.

In der französischen Hauptstadt geht sie über 200 m (Mittwoch), 50 m (Freitag) und 400 m (Sonntag) an den Start. Die 50 m bezeichnet sie als „Bewegungstherapie“. Generell setzt die ehemalige 1.500-m-Athletin nicht mehr auf längere Distanzen. „Ich bin jetzt 25 Jahre, es wird anstrengender.“

Olympia-Limit über 400 Meter im Visier

Ihre größten Chancen auf die Olympia-Qualifikation sieht Kahler über 400 m Kraul. „Da kann ich mich definitiv noch verbessern in der neuen Saison, wenn ich einen normalen Trainingsrhythmus habe. Das kann sich dann ausgehen mit dem Limit“, erklärte sie. Die geforderte Zeit liegt bei 4:06,27 Minuten, die Qualifikationsphase beginnt am 1. März.

Auch über 200 m Kraul fühlt sich die Niederösterreicherin zu Hause. Trotz der Rückkehr ins Leistungsschwimmen will sie sich nicht ausschließlich dem Sport widmen: Bis 2028 möchte Kahler ein Masterstudium absolvieren. „Ich brauche immer etwas, um mich weiterzubilden.“

Ob mit den Spielen in zwei Jahren ihre Karriere endet, lässt sie offen. „Ich bin zum Sport zurückgekehrt, weil dieses Feuer in mir wieder entfacht worden ist“, sagte Kahler. „Jetzt habe ich so viel Spaß und freue mich jedes Mal, wenn ich ins Wasser springe. Solange ich diese Freude beibehalten kann, werde ich das machen. Aber es müssen auch die Leistungen passen.“

Quelle: APA

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