Kaineder will Google-Rechenzentrum neu prüfen lassen

Ein UVP-Verfahren in Niederösterreich bringt das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf wieder auf die Agenda. Landesrat Kaineder kündigt eine neuerliche Prüfung an, so der ORF.
In Leopoldsdorf wurde für ein geplantes Rechenzentrum eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben. Ausschlaggebend dafür waren nach Angaben der Behörde große Diesel-Notstromaggregate. Dieser Fall wirft nun Fragen zum Google-Rechenzentrum in Kronstorf auf.
Die oberösterreichische UVP-Behörde hatte 2020 entschieden, dass die in Kronstorf geplanten Aggregate keine UVP brauchen. Kaineder kündigte nun an, das noch einmal zu prüfen. Wenn eine andere österreichische Behörde bei einem ähnlichen Projekt zu einem anderen Ergebnis komme, müsse man sich das genau anschauen, sagte der Landesrat. Außerdem forderte Kaineder, dass große Rechenzentren ausdrücklich im Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz geregelt werden.
Achleitner kritisiert Vorstoß scharf
Achleitner (ÖVP) kritisierte den Vorstoß scharf: Ein gültiger Bescheid liege vor, ein sachlicher Grund für die erneute Prüfung fehle. Er sprach von einer „180-Grad-Kehrtwende“ Kaineders, die Rechtssicherheit gefährde und dem Standort Oberösterreich schade.
WWF unterstützt erneute Prüfung
Der WWF hingegen begrüßt die neuerliche Prüfung. Ein Projekt dieser Größenordnung erfordere eine umfassende Umweltprüfung, so WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Zu untersuchen seien die Auswirkungen auf Boden, Wasser und Klima. Der WWF fordert zudem klare bundesweite Regeln für große Rechenzentren – neben dem hohen Strombedarf gehe es dabei auch um Flächenverbrauch und Wasserbedarf.
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