Kamp ausgetrocknet: EVN gibt mehr Wasser aus Stausee ab

Mathias FischerMathias Fischer
Staudamm mit zwei Wasserschleiern vor einem dunklen Wald und grüner Wiese.
© Alexander Graf / Pexels (Symbolbild)

Der Große Kamp war bei Jettsdorf stellenweise komplett trocken. Um ein Fischsterben zu verhindern, lässt die EVN nun 2.000 statt 1.400 Liter pro Sekunde aus dem Stausee Ottenstein in den Fluss, so der ORF.

Im Unterlauf des Großen Kamp bei Jettsdorf bot sich ein erschreckendes Bild: Der Fluss, der normalerweise einen Meter tief und 15 Meter breit Wasser führt, war abschnittsweise vollständig ausgetrocknet. Kein Wasser kam mehr nach.

Auch andere niederösterreichische Gewässer wie Pielach und Traisen sind derzeit so seicht, dass das Überleben der Fische zunehmend gefährdet ist. Wasserkraftwerksbetreiber haben bereits freiwillig mehr Wasser aus den Mühlbächen abgegeben, um die Lage zu entschärfen.

Bezirkshauptmannschaft bittet EVN um Hilfe

Um ein massives Fischsterben im Kamp zu verhindern, hat die Bezirkshauptmannschaft Krems die EVN um regulierende Maßnahmen gebeten. Der Energieversorger gibt nun 2.000 Liter pro Sekunde über den Stausee Ottenstein im Bezirk Zwettl an den Kamp weiter – zuvor waren es 1.400 Liter.

Alexander Neumayr, Obmann der Wasserwerksgenossenschaft, erklärt die Problematik: Bei der starken Hitze verdunstet viel Wasser. Zusätzlich wird das Wasser bei der Wehranlage auf zwei Gerinnen aufgeteilt – den Großen Kamp und den Mühlkamp. Regen ist derzeit nicht in Sicht, die Wasserstände sinken weiter.

Flächendeckend niedrige Wasserstände

„Die Situation ist so, dass flächendeckend in allen Gewässern Niederwasserführung herrscht“, sagt Martin Angelmaier, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft beim Amt der NÖ Landesregierung. Positiv sei, dass es in vielen Teilen Niederösterreichs gelungen sei, im Einvernehmen mit Wasserkraftanlagenbetreibern zusätzliches Wasser abzulassen, um in kritischen Situationen Verbesserungen zu erzielen.

Angelmaier rechnet damit, dass Phasen großer Trockenheit und extremer Hitze künftig häufiger auftreten werden. Dies mache Investitionen in die Struktur der Gewässer notwendig: „Beschattung und natürlicher Uferbewuchs können den Gewässern helfen, mit solchen Situationen besser umzugehen.“

36 Stunden bis zur Entspannung

Am Großen Kamp dauerte es 36 Stunden, bis das Wasser von den Stauseen angekommen war. Die Situation hat sich seither etwas entspannt. Dennoch bleiben die meisten Kleinwasserkraftwerke abgeschaltet, weil die Durchflussmengen zu gering sind.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3365458/

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