Kanaltaler Siedlung: Altbauten werden saniert statt abgerissen

Pia ProdingerPia Prodinger
Baustelle mit Kränen und Wohngebäuden in einer österreichischen Gemeinde
© villach.at

In der Kanaltaler Siedlung in Villach-Neue Heimat bleibt der Großteil der Altbauten erhalten. Bei einer Informationsveranstaltung am Montag erfuhren die Mieterinnen und Mieter, dass statt eines Abrisses nun Sanierungen und Aufstockungen geplant sind.

Die Kanaltaler Siedlung im Villacher Stadtteil Neue Heimat wird nicht zur Gänze abgerissen. Das wurde den Bewohnerinnen und Bewohnern am Montag bei einer Informationsveranstaltung mitgeteilt. Anwesend waren Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig, Bürgermeister Günther Albel sowie die LWBK-Geschäftsführer Harald Repar und Wolfgang Ruschitzka. Die zentrale Botschaft: Die verbliebenen Gebäude können modernisiert werden.

Neubauten schaffen Spielraum für Sanierung

Zwei Faktoren ermöglichen den Erhalt der Altbauten: Die 165 geförderten Mietwohnungen in den sechs bereits fertiggestellten Neubauten verschaffen der Landeswohnbaugesellschaft Kärnten (LWBK) Handlungsspielraum. LWBK-Geschäftsführer Harald Repar erklärte, diese Wohnungen gäben „etwas Luft“. Ziel sei es, die Nachkriegswohnungen zu modernisieren und gleichzeitig die Anzahl der Mietwohnungen zu steigern, was der wachsende Standort Villach erfordere.

Zudem hätten technische Untersuchungen ergeben, dass die Bausubstanz der noch bestehenden Häuser in besserem Zustand sei als jene der bereits vor Jahren entfernten Gebäude. Daher seien Leichtbau-Aufstockungen und Anbauten möglich. Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen.

Siedlungsstruktur bleibt erhalten

Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig zeigte sich erfreut über die gefundene Lösung. Diese trage dem wichtigsten Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner Rechnung: dem Erhalt der ursprünglichen Siedlungsstruktur mit den innen liegenden Grünflächen. Die Weiterentwicklung sei notwendig geworden, weil einige Wohngebäude nicht mehr sanierbar gewesen seien.

Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sei der Entwicklungsprozess „Quartier und wir“ aufgesetzt worden, der mittlerweile als Goldstandard für die Erneuerung bestehender Siedlungen gelte und über die Wohnbauförderung des Landes gefördert werde.

Bürgermeister vermittelte in hitzigem Konflikt

Die Modernisierung und Verdichtung der Kanaltaler Siedlung sorgt seit Jahren für teils hitzige Diskussionen. Kritiker werfen der LWBK vor, Bestandsgebäude zu leichtfertig abgerissen zu haben. Die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft entgegnet, die schlechte Bausubstanz habe keine andere Wahl gelassen.

Bürgermeister Günther Albel erklärte, er habe den Konflikt nicht übergehen können. Obwohl die Stadt Villach nicht selbst baue und nicht unmittelbar zuständig sei, sei es ihm ein echtes Anliegen gewesen, gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Schaunig die Rolle als Vermittler einzunehmen. Das Gesprächsklima habe sich seither deutlich verbessert.

Alle Beteiligten hätten aus dem Projekt und seinen Konflikten gelernt. LWBK-Geschäftsführer Harald Repar betonte, seit mittlerweile acht Jahren würden Projekte besser kommuniziert – etwa mit laufend aktualisierten Infopoints.

Quelle: https://villach.at/Stadt-Erleben/News/neue-heimat

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