Karkogel-Skigebiet: Sanierungsplan angenommen

Das Landesgericht Salzburg hat am Mittwoch den Sanierungsplan für die insolventen Abtenauer Bergbahnen bestätigt. Die Gläubiger erhalten eine Quote von 20 Prozent ihrer anerkannten Forderungen.
Bei einer Tagsatzung am Landesgericht Salzburg wurde am Mittwoch der Sanierungsplan für das kleine Skigebiet Karkogel in Abtenau im Tennengau angenommen. Insgesamt wurden 57 Forderungen in Höhe von rund 6,29 Millionen Euro angemeldet, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV Europa) mitteilte.
Als berechtigt anerkannt werden Forderungen im Umfang von etwa 4,48 Millionen Euro. Forderungen von rund 1,81 Millionen Euro werden bestritten. Die Insolvenzgläubiger bekommen eine Quote von 20 Prozent zur vollständigen Befriedigung ihrer Forderungen. Die Auszahlung durch den Masseverwalter erfolgt binnen 14 Tagen nach Rechtskraft der konkursgerichtlichen Bestätigung.
Rückzug und Neuanlauf
Am 17. Juni war der Sanierungsplan bei einer Tagsatzung noch zurückgezogen worden, wie Kredit- und Gläubigerschutzverbände damals berichteten. Das Insolvenzverfahren der Abtenauer Bergbahnen Gesellschaft m.b.H. wurde daraufhin als Konkursverfahren weitergeführt. Mitte Juni war die Schließung des Unternehmens beantragt und gerichtlich bewilligt worden.
Ende Juni wurde in Medienberichten bekannt, dass die Bergbahnen durch die Übernahme von Raiffeisen Salzburg gerettet werden konnten. Die geplante Übernahme war zunächst an der fehlenden Unterschrift eines Grundeigentümers gescheitert. Nach intensiven Gesprächen stimmte der Eigentümer einer vorzeitigen Verlängerung des Pachtvertrags mit der Liftgesellschaft bis zum Jahr 2045 zu.
Servituten als letzte Hürde
Im Vorfeld der Verhandlung am Mittwoch sei es gelungen, auch die letzte Hürde für die Entschuldung zu überwinden, informierte der Kreditschutzverband von 1870. Sämtliche Landwirte und Grundeigentümer hätten der langfristigen Verlängerung der Servituten zugestimmt. Mit Gerichtsbeschluss vom 2. Juli wurde die Wiedereröffnung des Unternehmens angeordnet.
„Es konnte schlussendlich mit großem Einsatz aller Beteiligten das wirtschaftliche Fundament für die Zukunft des Skigebietes geschaffen werden, dessen Fortbestand erhebliche Bedeutung für die Region, den Tourismus und die sportbegeisterte Bevölkerung hat“, erklärte Ines Kurz vom KSV1870.
Hintergründe zur Insolvenz
Die 1962 gegründete Gesellschaft betrieb eine Kabinenbahn und vier Schlepplifte. An den Bergbahnen waren insgesamt 46 Gesellschafter beteiligt. Größte Eigentümer waren die Marktgemeinde Abtenau mit 58,4 Prozent und der Tourismusverband Abtenau mit 31,3 Prozent.
Als Ursache für die Insolvenz nannten die Bergbahnen Verzögerungen und unerwartete Kostensteigerungen bei der Errichtung eines Speicherteiches. Dazu habe es Streitigkeiten mit der Baufirma gegeben. Bereits in den vergangenen drei Jahren hätten ausbleibende Besucherzahlen und wetterbedingte Umsatzeinbußen zu einer wirtschaftlich schwierigen Situation geführt.
Quelle: APA
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