Karl startet bei EM in Paris über zehn Kilometer

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Salzburger Freiwasserschwimmer Luca Karl geht bei den Europameisterschaften in Paris an den Start. Am Dienstag steht die olympische Zehn-Kilometer-Distanz in der Seine auf dem Programm, danach folgen weitere Bewerbe.

Luca Karl hat in den vergangenen Jahren im Freiwasserschwimmen eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Bei seinem EM-Debüt vor zwei Jahren belegte der Salzburger Rang elf, bei der WM-Premiere im Vorjahr wurde er Fünfter. Nun will er bei den Titelkämpfen in Paris an diese Leistungen anknüpfen.

Am Dienstag absolviert Karl die olympische Zehn-Kilometer-Distanz, am Mittwoch folgen fünf Kilometer und am Freitag das Drei-Kilometer-Knockout-Rennen. Schauplatz ist die Seine, die bei den Olympischen Spielen 2024 wegen der Wasserqualität für Diskussionen sorgte.

Athleten wandten sich im Vorfeld an Verband

Vor zwei Jahren mussten Bewerbe wegen der Wasserqualität verschoben werden. Diesmal haben die Schwimmerinnen und Schwimmer bereits im Vorfeld reagiert. „Wir haben uns zusammengetan und einen Brief an European Aquatics verfasst – mit den Bedenken, die wir gehabt haben“, sagte Karl. Bei den Spielen hätten mehr als die Hälfte der Teilnehmer Magen-Darm-Probleme bekommen, einige seien sogar im Spital gelandet.

Nun sei die Situation aber anders. „Sie haben die gemessenen Werte veröffentlicht. Wir sind guter Dinge, dass es sicher über die Bühne geht“, erklärte der 24-Jährige.

Strömung als zusätzliche Herausforderung

Die sportliche Schwierigkeit bleibt dennoch bestehen: Rund die Hälfte des Rennens muss gegen die Strömung geschwommen werden. Die mittlerweile zurückgetretenen Felix Auböck und Jan Hercog haben das bei Olympia erlebt, Karl hat sich bei ihnen informiert. „Es wäre dumm, das nicht zu machen, wenn man schon Erfahrungswerte im eigenen Verband hat“, meinte er. Es sei eine Challenge, wenn man die Hälfte des Rennens flussaufwärts schwimme. Er sei aber guter Dinge, sich gut vorbereitet zu haben.

Karl bereitet sich seit Freitag vor Ort vor. Wettkampfpraxis holte er sich heuer bei vier Weltcups, ein zwölfter Platz war das beste Resultat. Das entsprach WM-Rang sechs, da bei Titelkämpfen weniger Athleten pro Nation startberechtigt sind. Dazu kam der Sieg bei den nationalen Meisterschaften der deutschen Freiwasserschwimmer.

Europäische Konkurrenz entspricht Weltspitze

Bei der EM erwartet Karl aber stärkere Gegner. „Im Freiwasser ist bis auf wenige Athleten die europäische auch die Weltspitze“, betonte er. Auf dem Olympia-Podium in Paris seien nur Europäer gestanden, deswegen werde das eine Herausforderung.

Langfristig sei es sein Ziel, aufs Treppchen zu kommen. Für Paris sei ihm bewusst, dass er auch zufrieden sein müsse, wenn er die bisherigen Ergebnisse bestätigen könne. „Wir gehen aber rein, dass wir uns positionieren und das EM-Ergebnis vom letzten Jahr verbessern wollen“, sagte Karl für sich und seinen Trainer Plamen Ryaskov. Alles andere sei ein Bonus.

Olympia-Qualifikation für Los Angeles im Fokus

Der eigentliche Fokus liegt auf der Olympia-Qualifikation für Los Angeles 2028. „Ich möchte viele Erfahrungen sammeln, die mir dann weiterhelfen können“, erklärte der Salzburger.

Deshalb nimmt Karl auch alle Bewerbe mit. Neben den drei Seine-Konkurrenzen mit dem Knockout als Abschluss – in dem er als WM-Zwölfter in dieser Disziplin erstmals die dritte Runde beziehungsweise das Finale der Top Ten erreichen will – wird er in der kommenden Woche auch noch im Aquatic Center über 800 und 1.500 Meter antreten. Dass das hart werde, sei ihm bewusst: „Ich bin mir sicher, dass die 1.500 m am Ende meines Programms unter Belastung geschwommen werden.“ Einige freie Tage bis zum Becken-Einstieg sollten aber helfen.

Quelle: APA

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