Karner trifft neuen ungarischen Innenminister in Wien

Mathias FischerMathias Fischer
Gerald Klug, Vizebürgermeister von Graz, im Gespräch vor einem Gebäude.
© vmh

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) empfing am Donnerstag seinen neuen ungarischen Amtskollegen Gábor Pósfai zu einem Arbeitstreffen in Wien. Im Mittelpunkt standen die Bekämpfung der Schlepperkriminalität und die Fortsetzung der gemeinsamen „Operation Fox“.

Der österreichische Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat am 23. Juli 2026 den ungarischen Innenminister Gábor Pósfai in Wien empfangen. Für Pósfai, der sein Amt am 12. Mai 2026 übernommen hat, war es die zweite offizielle Auslandsreise.

Schwerpunkt Schlepperkriminalität und Grenzschutz

Das bilaterale Treffen konzentrierte sich auf die Bekämpfung der organisierten Schlepperkriminalität, den Schutz der europäischen Außengrenzen und die Weiterführung der gemeinsamen Schwerpunktaktion „Operation Fox“.

Die „Operation Fox“ bildet einen zentralen Bestandteil der österreichisch-ungarischen Sicherheitskooperation. Österreichische Polizeikräfte unterstützen ihre ungarischen Kolleginnen und Kollegen direkt in Ungarn, um Schleppernetzwerke bereits vor dem Erreichen der österreichischen Grenze zu zerschlagen.

„Die Operation Fox hat sich als echtes Erfolgsmodell im Kampf gegen die skrupellose Schleppermafia erwiesen“, erklärte Karner. Er betonte, dass die enge und vertrauensvolle Kooperation auch mit der neuen ungarischen Regierung konsequent fortgesetzt werde.

Seit dem Start der „Operation Fox“ im Dezember 2022 wurden 251 Schlepper festgenommen. Die Festnahmen von Schleppern in Ungarn und im Burgenland sind massiv zurückgegangen, da die Schleppermafia Österreich und Ungarn mittlerweile meidet und sich die Schlepperwege auf die sogenannte Balkan-Küstenroute verlagert haben.

Rückkehrzentren außerhalb Europas

Österreich arbeitet aktuell in der sogenannten Gruppe der Umsetzer mit Deutschland, Dänemark, Griechenland und den Niederlanden an der konkreten Umsetzung von Rückkehrzentren in Staaten außerhalb Europas.

Der ungarische Innenminister zeigte großes Interesse am bisherigen Prozess dieser Staatengruppe. Zudem wurde ein vertiefter Austausch zwischen den ungarischen und den österreichischen Fremdenbehörden vereinbart.

Karner verwies auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ungarn: „Aufgrund der intensiven und gewachsenen Zusammenarbeit mit Ungarn ist es gelungen, die illegale Migration an der burgenländisch-ungarischen Grenze massiv zu reduzieren.“ Wurden in der Kalenderwoche 41 im Jahr 2022 noch 3.700 Menschen nach illegaler Einreise aufgegriffen, waren es vergangene Woche lediglich fünf.

Zugstreifen und Unterstützung bei Großveranstaltungen

Ein fester Bestandteil der Sicherheitskooperation sind die seit mehr als zehn Jahren bestehenden Zugstreifen Österreichs, Ungarns und Deutschlands auf der Hauptstrecke Budapest–Wien. Die gemeinsamen Streifen im Schienenverkehr haben sich als wirksames Instrument erwiesen und sollen künftig weiter intensiviert werden.

Wie erfolgreich diese Zusammenarbeit ist, zeigt ein Fahndungserfolg zu Jahresbeginn: Im Rahmen der gemeinsamen Streifentätigkeit wurde eine Person festgenommen, gegen die ein europäischer Haftbefehl vorlag.

Auch bei internationalen Großveranstaltungen arbeiten Österreich und Ungarn eng zusammen. Das Bundesministerium für Inneres unterstützt die ungarische Polizei beim Formel-1-Grand-Prix am Hungaroring, der vom 24. bis 26. Juli 2026 stattfindet. Dafür werden sechs österreichische Einsatzbeamtinnen und -beamte entsendet, darunter vier Motorradpolizisten.

Quelle: OTS

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