Karner trifft tschechischen Amtskollegen in Drasenhofen

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und sein tschechischer Amtskollege Lubomír Metnar kamen am Freitag anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Polizeikooperationszentrums Drasenhofen zusammen. Themen waren die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, illegale Migration und Schlepperkriminalität.
Das Polizeikooperationszentrum (PKZ) Drasenhofen feiert sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass trafen sich Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und der tschechische Innenminister Lubomír Metnar am 28. August 2026 zu einem Arbeitsgespräch. Im Fokus standen die Erfolge der vergangenen zwei Jahrzehnte, die Weiterentwicklung der Grenzkontrollen sowie der gemeinsame Kampf gegen illegale Migration und Schlepperkriminalität.
„Das Polizeikooperationszentrum Drasenhofen zeigt seit 20 Jahren eindrucksvoll, wie europäische Polizeikooperation in der Praxis funktioniert“, erklärte Karner. Rascher Informationsaustausch, gemeinsame Streifen und enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit würden konkrete Sicherheit für die Menschen in beiden Ländern schaffen. Das Ziel sei, illegale Migration weiter zurückzudrängen und der Schleppermafia mit konsequenter Polizeiarbeit und unberechenbaren Kontrollen das Handwerk zu legen.
Zentrale Drehscheibe seit 2006
Das 2006 eröffnete PKZ Drasenhofen hat sich zu einer zentralen Informationsdrehscheibe zwischen den österreichischen und tschechischen Sicherheitsbehörden entwickelt. Mit dem Beitritt Tschechiens zum Schengen-Raum im Jahr 2007 wurde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter ausgebaut.
Seit der Eröffnung wurden rund 60.000 Anfragen bearbeitet und etwa 125.000 Datenüberprüfungen durchgeführt. Allein heuer waren es bereits mehr als 1.200 Anfragen und rund 2.500 Datenüberprüfungen. Der durchgehende 24/7-Dienst gewährleistet einen nahtlosen Informationsaustausch. Seit Oktober 2006 finden zudem regelmäßige gemeinsame bilaterale Streifen statt, 2009 wurden die sogenannten Mikro-Teams für den kriminalpolizeilichen Austausch eingeführt.
Erfolgreiche Fahndungsarbeit
Seit 2007 wurden über das PKZ Drasenhofen 111 sogenannte Nacheilen ermöglicht. In 72 Prozent der Fälle waren diese erfolgreich, etwa durch die Anhaltung eines Tatverdächtigen oder die Sicherstellung von gestohlenem Gut. Auch im August 2026 führte die enge Zusammenarbeit nach einem Kraftfahrzeugdiebstahl in Tschechien zu einem erfolgreichen polizeilichen Einschreiten in Österreich.
In den vergangenen Jahren konnte die illegale Migration und die Schlepperkriminalität durch ein Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen erfolgreich zurückgedrängt werden. Diese reichen vom verstärkten Schutz der europäischen Außengrenzen über Maßnahmen im Vorfeld der österreichischen Grenze bis hin zu einer engen Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten.
„Grenzschutz endet nicht an einem Schlagbaum“, betonte Karner. Deshalb setze man auf einen breiten Kontrollansatz, starke Polizeipräsenz und enge internationale Zusammenarbeit. Die gemeinsamen grenzüberschreitenden Streifen werden auch künftig intensiv fortgesetzt und bleiben ein wichtiger Bestandteil der Grenzraumkontrollen.
Quelle: OTS
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