Katzenvermittlung im Café: Neues Konzept in Krems

Ein Tierschutzverein in Krems verbindet Second-Hand-Verkauf und Cafébetrieb mit der Vermittlung von Katzen. Die Tiere können dort kennengelernt und adoptiert werden, so der ORF.
Mareike Schnabl, Obfrau eines Tierschutzvereins und Leiterin eines Katzenhauses in Langenlois (Bezirk Krems), hat ein neues Vermittlungskonzept entwickelt. In einem Geschäftslokal in Krems können Besucherinnen und Besucher nicht nur Kaffee und Kuchen genießen, sondern auch mit Katzen interagieren, die ein neues Zuhause suchen. Der Shop kombiniert Gastronomie mit dem Verkauf von Second-Hand-Artikeln.
Hintergrund ist die enorme Auslastung der Tierheime im Sommer, die heuer vor allem durch Katzenbabys verursacht wurde. Durch das neue Konzept sollen die Tiere schneller vermittelt werden. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen Schnabl ehrenamtlich in dem Geschäft.
Vermittlung statt Dauergäste
Das Lokal unterscheidet sich bewusst von traditionellen Katzencafés. Die Vierbeiner sind keine permanenten Gäste, sondern sollen möglichst rasch eine Familie finden. Der Shop dient als niederschwelliger Treffpunkt für ein erstes Kennenlernen zwischen Mensch und Tier.
„Dieser Shop mit den Katzen soll die Möglichkeit geben, dass man herkommen und eine Beziehung zu den Katzen aufbauen kann, was wir sonst im Katzenhaus in dieser Art und Weise nicht anbieten können, weil dort auch verschreckte Katzen sind, die nicht so zugänglich sind und für die das extremer Stress wäre“, erklärt Schnabl.
Werden Katzen erfolgreich vermittelt, rücken neue aus dem Katzenhaus nach. Für den Aufenthalt im Shop werden primär jene ausgesucht, die den Kontakt zu Menschen aktiv suchen. „Wir haben immer wieder Katzen im Katzenhaus, die traurig sind, wenn die Helfer wieder gehen. Diese Katzen sehnen sich nach menschlicher Nähe, nach Zuneigung, nach Streicheleinheiten und Zärtlichkeit und genau diese Katzen bringen wir hierher“, so Schnabl.
Klare Regeln zum Schutz der Tiere
Damit der Besuch auch für die zutraulichen Katzen stressfrei bleibt, gelten vor Ort klare Regeln. Höchstens vier Personen dürfen gleichzeitig ins Katzenzimmer, nach 15 Minuten ist wieder Schluss. In dem abgegrenzten Raum haben die Tiere jederzeit die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.
Einnahmen finanzieren Katzenhaus
Auch Gäste, die keine Katze aufnehmen, unterstützen mit ihrem Besuch den Tierschutz. Die Einnahmen aus Shop und Café gehen vollständig ans Katzenhaus, um dort die Kosten für Tierarztbesuche, Futter sowie die alltägliche Betreuung und Versorgung zu decken.
„Weil wir sehr viele Tiere aufnehmen, gesund pflegen und dann auch vermitteln wollen, sind die Kosten in den letzten Jahren mitunter wirklich ins Unermessliche gestiegen. So sind wir dann eben auf die Idee gekommen, diesen Second-Hand-Shop anzubieten, in dem Menschen ihre schönen Sachen herbringen können, die verkaufen wir für die Tiere und der Erlös geht wirklich zu 100 Prozent an die Katzen“, erklärt Schnabl.
Neben Kaffee und veganen Torten bietet das Geschäft eine Vielzahl an Second-Hand-Kleidungsstücken, Deko- und Schmuckartikeln sowie Tierbedarf an. Unter allen Verkaufsgegenständen ist ein Motiv besonders häufig vertreten: Katzen.