Kavernenbau im Mönchsberg startet am 14. September

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Salzburger Festspiele beginnen Anfang September mit den Bauarbeiten für das Projekt „Festspielbezirk 2030“. Ab 14. September wird im Mönchsberg Gestein für neue Kavernen ausgefräst. Das Neutor wird dafür zunächst sechs Monate komplett gesperrt.

Kurz nach dem Ende der heurigen Salzburger Festspiele starten die Arbeiten zur Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser. Die Baustelle wird eingerichtet, am 14. September beginnt der Ausbruch der Kavernen im Mönchsberg. Das Neutor, eine wichtige Zufahrt in die Altstadt, wird dafür vollständig gesperrt. Organisatorische und finanzielle Fragen zum Gesamtprojekt sind noch ungeklärt.

Neues „Haus im Berg“ entsteht

In den Kavernen entsteht ein „Haus im Berg“ mit Hinterbühne, Montagehalle, Probesälen, Verbindungsgängen sowie Einspiel- und Haustechnikräumen. Die teils jahrzehntealte Infrastruktur und Bühnentechnik sei überaltert, die Arbeitsbedingungen für die 250 ganzjährigen und bis zu 4.000 saisonalen Beschäftigten völlig unzureichend, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

„Das Projekt ist schon aus Gründen des Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerschutzes dringend notwendig“, erklärte Lukas Crepaz, kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele. Künftig sollen Personal und Künstler mehr Platz erhalten. Die Anlieferung der Bühnenbilder erfolgt über eine neue Zufahrt, die vom Neutortunnel abzweigt.

Gefräst statt gesprengt

Eine Arbeitsgemeinschaft aus ÖSTO-STETTIN und Jägerbau, beide auf Untertagebau spezialisiert, führt die Arbeiten aus. Das Konglomeratgestein des Mönchsbergs wird gefräst, nicht gesprengt. Das Material wird im Berg zwischengelagert und per Lkw abtransportiert. Projektleiter Michael Brandauer rechnet mit fünf bis sechs Fahrten pro Stunde und Richtung.

Das Neutor bleibt zunächst sechs Monate komplett gesperrt, auch für Einsatzkräfte. Busse werden umgeleitet, der motorisierte Individualverkehr in der Altstadt eingeschränkt. Danach ist für weitere 2,5 Jahre eine einspurige Öffnung für Busse, Einsatzfahrzeuge, Innenstadtbewohner und Lieferanten geplant. Die Zufahrt zur Mönchsberggarage bleibt während der gesamten Bauzeit möglich.

Kostendeckel für beide Bauphasen

Das Projekt „Festspielbezirk 2030“ umfasst zwei Bauphasen. In der ersten Phase fließen rund 395 Millionen Euro in die Sanierung des Großen Festspielhauses und den Bau des „Hauses im Berg“. Der Bund trägt 40 Prozent der Kosten, Stadt und Land Salzburg je 30 Prozent. In Phase zwei sollen das Haus für Mozart und die Felsenreitschule saniert werden. Die projektierten Kosten lagen zuletzt bei 86 Millionen Euro, eine gesicherte Finanzierung fehlt jedoch.

Vor wenigen Wochen kündigte die Landespolitik angesichts knapper Kassen einen Kostendeckel von 395 Millionen Euro für das Gesamtprojekt an – also für beide Phasen gemeinsam. Lukas Crepaz will die als notwendig erachteten Maßnahmen für Phase zwei nun neu nach Prioritäten ordnen. Er betonte zuletzt, dass das Projekt bereits mehrfach redimensioniert wurde. „Wir werden prüfen, ob sich weniger notwendige Maßnahmen verschieben lassen“, sagte er am Donnerstag zur APA. Details dazu soll es in der Kuratoriumssitzung Mitte Oktober geben.

Ersatzspielstätten noch offen

Das Haus für Mozart und die Felsenreitschule stehen während der gesamten Bauzeit zur Verfügung. Das Große Festspielhaus wird von Herbst 2028 bis Frühjahr 2031 gesperrt und fällt damit für zwei Spielsaisonen aus. Die Festspiele suchen noch nach Interimslösungen. Die Entscheidung soll in der Kuratoriumssitzung im Oktober fallen. Für Ersatzspielstätten und -räumlichkeiten sind – unabhängig vom Kostendeckel – weitere 38 Millionen Euro budgetiert, davon sollen 35 Millionen Euro von der öffentlichen Hand kommen.

Zur Auswahl stehen drei Alternativen: Eine aus Modulen errichtete Konzerthalle aus Stahl, die später für andere Projekte im deutschsprachigen Raum verwendet werden könnte. Sie soll entweder am Areal der Stiegl-Brauerei oder beim Kloster St. Josef errichtet werden und hätte den Vorteil, dass sie das ganze Jahr über bespielt werden könnte. Damit stünde sie auch Mietern des Festspielhauses wie dem Adventsingen zur Verfügung. Die dritte Alternative wäre die Nutzung einer Messehalle, die aber nur saisonal nutzbar wäre.

Auch für den „Jedermann“ wird eine Lösung gesucht. Bei Regen wechseln Schauspieler und Zuseher vom Domplatz in das Große Festspielhaus. Angedacht wird etwa eine Überdachung der „Jedermann“-Tribüne.

Quelle: APA

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