KEBÖ-Tagung: Strategie für lebenslanges Lernen startet

Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs hat am 22. September in Graz ihre Jahrestagung abgehalten. Dabei wurden die Weichen für eine neue Strategie zum lebensbegleitenden Lernen gestellt, die ab Oktober entwickelt wird.
Mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Erwachsenenbildung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kamen zur KEBÖ-Jahrestagung 2026 in der Volkshochschule Steiermark zusammen. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Vorbereitung auf die Entwicklung einer neuen österreichischen Strategie für lebensbegleitendes Lernen. Der Prozess dazu soll im Oktober beginnen. Zudem nutzten die Vertreterinnen und Vertreter der gemeinnützigen Erwachsenenbildung die Gelegenheit zum direkten Austausch mit Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner.
AK-Präsident Josef Pesserl begrüßte die Gäste im VHS-AK Bildungszentrum und verwies auf die Leistungen der KEBÖ-Verbände: Im Jahr 2025 verzeichneten diese 2,6 Millionen Teilnahmen an mehr als 173.000 Bildungsveranstaltungen.
VÖV-Präsident Heinz Fischer eröffnete die Tagung mit einem Appell für Teilhabe. „Bildung ist nicht nur die Vermittlung von Wissen, sondern die Befähigung von Menschen, ihre Zukunft verantwortungsvoll mitzugestalten“, sagte Fischer.
Forderung nach mehr Investitionen
Als inhaltlicher Schwerpunkt galt die Keynote von Gina Ebner von der European Association for the Education of Adults zum Thema „Was braucht Lebensbegleitendes Lernen heute?“. In der anschließenden Diskussionsrunde mit John Evers (KEBÖ), Maria Stimm (Universität Graz) und Stefan Wallner (Bündnis Gemeinnützigkeit) unter Moderation von Lo Hufnagl (VHS Wien) formulierte Evers klare Forderungen.
„Die Zukunft Österreichs entscheidet sich daran, ob alle Menschen Zugang zu Bildung haben“, betonte der KEBÖ-Vorsitzende. Er forderte mehr Investitionen in Grundbildung, eine starke Demokratiebildung, lebendige Lern- und Begegnungsorte in den Regionen sowie eine klare Absicherung der gemeinnützigen Erwachsenenbildung. Diese schaffe Bildungschancen, stärke den Zusammenhalt und reinvestiere ihre Mittel in die Menschen statt in Gewinne.
Marktplatz und Sichtbarkeit
Am Nachmittag präsentierten sich 18 Organisationen beim Marktplatz der Erwachsenenbildung. Die Plattform diente dem Netzwerken und dem Austausch innerhalb der Branche.
In einer weiteren Diskussionsrunde erörterten Miriam Anna Moderegger (VÖV), Julia Schafferhofer (Freie Journalistin), Gerald Strobel (BFI Österreich) und Doris Wyskitensky (bifeb) unter Moderation von Kerstin Slamanig (Bildungsnetzwerk Steiermark) die Frage, wie die Arbeit der Erwachsenenbildung sichtbarer gemacht werden kann.
Ministerin kündigt zusätzliche Mittel an
Den Abschluss bildete ein Dialog mit Bundesministerin Holzleitner zum Thema „Lebenslanges Lernen in Österreich“. Die Ministerin würdigte die Bedeutung der Erwachsenenbildung für die Gesellschaft und hob das Recht auf Bildung hervor, das in der KEBÖ durch Angebote für alle Menschen gelebt werde – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Wohnort oder Altersgruppe.
„All das unterstützt Menschen, teilzuhaben am beruflichen und gesellschaftlichen Leben, wirkt gegen Einsamkeit und stärkt unsere Demokratie“, sagte Holzleitner. Sie kündigte an, dass ab 2027 rund 5 Millionen Euro mehr in die Erwachsenenbildung investiert werden. Sie sehe sich dabei als Bündnispartnerin.
Quelle: OTS
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