Kelag verdoppelt Speichervolumen am Wurtenspeicher

Pia Prodinger
Staudamm-Bau in den Alpen: Große Baustelle mit Beton und Maschinen in Berglandschaft
© kelag

Der Wurtenspeicher im Mölltal wird auf 1.700 Metern Seehöhe um sieben Meter erhöht. Das Speichervolumen wächst dadurch von 2,7 auf 5 Millionen Kubikmeter Wasser. Die Kelag investiert rund 30 Millionen Euro in das Projekt.

STRABAG führt im Auftrag der Kelag die Erweiterung des Wurtenspeichers in der Kraftwerksgruppe Fragant durch. Die Bauarbeiten haben im Frühjahr 2025 begonnen, die Hauptarbeiten sollen 2026 abgeschlossen werden. Der Damm wird um rund sieben Meter erhöht, wodurch sich das Speichervolumen nahezu verdoppelt.

Die Anlage liegt im Mölltal auf 1.700 Metern Seehöhe und ist das Herzstück der Kraftwerksgruppe. Durch die Erhöhung kann das Stauziel um insgesamt 8,5 Meter angehoben werden. Die zusätzliche Speicherkapazität soll Netzschwankungen effektiver auffangen und die Flexibilität der Stromerzeugung erhöhen.

Kraftwerksgruppe erzeugt Strom für 225.000 Haushalte

Zur Kraftwerksgruppe Fragant gehören 15 Speicher, Triebwasserwege mit einer Gesamtlänge von rund 79 Kilometern und 10 Kraftwerke. Sie erzeugen insgesamt rund 800 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr, was dem Jahresbedarf von etwa 225.000 Haushalten entspricht.

Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag, erklärte, dass die Erweiterung die Versorgungssicherheit stärke. „Mit einer Investitionssumme von rund 30 Millionen Euro schaffen wir zusätzliche Speicherkapazitäten für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energie“, so Draxler.

Arbeiten im hochalpinen Gelände

Der bestehende Steinschüttdamm wurde zwischen 1968 und 1971 errichtet. Auf der Luftseite wird ein zusätzlicher Stützkörper aufgeschüttet und die bestehende Asphaltoberflächendichtung verlängert. Das benötigte Material wird direkt im Speicherraum im Bereich der Stauwurzel gewonnen. Insgesamt werden rund 230.000 Kubikmeter Schüttmaterial eingebaut.

STRABAG baut unter anderem 246 Bohrpfähle zentimetergenau ein und saniert bestehende Bauwerksstrukturen. Für einzelne Bauabschnitte war eine zweimalige Totalentleerung des Speichersees erforderlich. In insgesamt sechs Baulosen sind rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz.

Franz Redl, Vorstandsmitglied der STRABAG AG Österreich, betonte die Bedeutung leistungsfähiger Speichersysteme für die Energiewende. Die hochalpine Lage, begrenzte Zufahrtsmöglichkeiten und die Arbeiten an einem bestehenden Speicherbauwerk stellten hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Koordination.

Vergleich mit Batteriespeichern

Die zusätzliche Speicherkapazität entspricht der Leistung von rund zwei Millionen Haushaltsbatteriespeichern mit einer Kapazität von jeweils 5 Kilowattstunden. Leistungsfähige Speicheranlagen gewinnen mit dem Ausbau erneuerbarer Energien an Bedeutung, da sie einen flexiblen Ausgleich zwischen Stromerzeugung und Strombedarf ermöglichen.

Naturschutzmaßnahmen parallel zu Bauarbeiten

Parallel zu den Bauarbeiten werden naturschutzfachliche Maßnahmen umgesetzt. Für Flächen, die künftig durch das erhöhte Stauziel beansprucht werden, werden Ersatzflächen im Gesamtausmaß von rund 4,2 Hektar geschaffen. Dazu gehört unter anderem ein Amphibienbiotop mit einer Fläche von mindestens 1.000 Quadratmetern im Bereich der Stauwurzel sowie weitere Ausgleichsflächen in Flattach und Friesach.

Nach Abschluss der Hauptbauarbeiten im Jahr 2026 werden 2027 noch Restarbeiten sowie Rekultivierungsmaßnahmen durchgeführt.

Quelle: https://newsroom.strabag.com/de/presse/strabag-at/2026-07/grossbaustelle-auf-1700-metern-strabag-erweitert-wurtenspeicher-im-auftrag-der-kelag

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