Kepler Uniklinikum testet virtuelle Brandschutzübung

Am Neuromed Campus des Kepler Universitätsklinikums wurde erstmals eine Brandschutzübung mit virtuellen und realen Elementen durchgeführt. Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Linz wurde ein Brand eines Rettungshubschraubers simuliert.
Am Neuromed Campus des Kepler Universitätsklinikums hat eine neuartige Brandschutzübung stattgefunden, bei der erstmals virtuelle und reale Komponenten kombiniert wurden. Die Übung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Linz und sollte sowohl die interne Brandschutzgruppe als auch die Feuerwehrkräfte unter realitätsnahen Bedingungen schulen.
Als Szenario diente ein Brand eines virtuellen Rettungshubschraubers auf dem Hubschrauberlandeplatz des Neuromed Campus. Nach einem technischen Defekt beim Startvorgang fing der Hubschrauber Feuer, während sich die Besatzung rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte. Das gesamte Szenario wurde virtuell dargestellt, wodurch ein realistisches Einsatzszenario ohne tatsächliche Gefährdung möglich war.
Einsatzleitung und Sofortmaßnahmen im Fokus
Im Zentrum der Übung standen die Einweisung der Feuerwehrkräfte durch das Personal des Neuromed Campus, die Bildung einer gemeinsamen Einsatzleitung sowie das Setzen der notwendigen Sofortmaßnahmen. Die Einsatzkräfte konnten reale Maßnahmen der Brandbekämpfung trainieren und ihre Abläufe unter einsatznahen Bedingungen erproben. Moderne Virtual-Reality-Technologie ermöglichte eine realistische Darstellung des brennenden Hubschraubers.
„Im Gesundheitswesen geht es immer um Menschen – und gerade im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. Moderne Technologien helfen uns, schwierige Situationen zu simulieren und zu trainieren, damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Routine für den Ernstfall sammeln können. Das ist für mich Digitalisierung, wie sie sein soll: Technik, die den Menschen unterstützt, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Sicherheit gibt und damit die Gesundheitsversorgung in Oberösterreich noch stärker macht“, betont Gesundheitsreferentin LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.
Ressourcenschonend und sicher üben
Durch die Verbindung der realen Umgebung mit einer virtuellen Darstellung komplexer Szenarien kann ressourcenschonend und sicher geübt werden. Gleichzeitig konnten dabei wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung künftiger Schulungsformate gewonnen werden.
„Neue Technologien eröffnen uns völlig neue Möglichkeiten, Sicherheit im Krankenhaus kontinuierlich weiterzuentwickeln. Virtuelle und erweiterte Realität machen es möglich, komplexe Einsatzlagen realitätsnah zu trainieren, ohne Patientinnen, Patienten oder Mitarbeitende zu gefährden. Gerade im hochsensiblen Krankenhausumfeld sind solche innovativen Trainingsformate ein wichtiger Beitrag, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein“, sagt Prof. Dr. Meinhard Lukas, Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums.
Ausweitung auf weitere Standorte geplant
Die Verantwortlichen des Kepler Universitätsklinikums, der Berufsfeuerwehr Linz sowie des ÖAMTC ziehen eine positive Bilanz. Die gelungene Zusammenarbeit zwischen interner Brandschutzorganisation und externen Einsatzkräften zeigte die Bedeutung regelmäßiger Übungen für einen professionellen und sicheren Umgang mit außergewöhnlichen Einsatzsituationen.
„Die positiven Erfahrungen aus dieser Übung zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial digitale Simulationen für Ausbildung und Sicherheit für reale Gefahrennsituationen im Gesundheitswesen besitzen. Deshalb beschäftigen wir uns intensiv damit, wie sich solche Technologien mit besonderer Realitätsnähe künftig auch an weiteren Standorten im Konzern der Oberösterreichischen Gesundheitsholding etablieren und für Schulungs- sowie Einsatzübungen nutzen lassen“, sagt Mag. Karl Lehner, Mitglied der Geschäftsführung der Oberösterreichischen Gesundheitsholding.
Einsatzorganisationen überzeugt
Für ide Einsatzorganisationen überzeugte vor allem die realitätsnahe Darstellung des Szenarios. „Es war beeindruckend zu sehen, wie nahtlos Realität und virtuelle Einspielungen ineinander überblendet wurden – die Qualität der Darstellung hat mich wirklich überrascht. Solche innovativen Systeme schonen wertvolle Ressourcen, denn für Übungen muss nicht jedes Mal ein realer Hubschrauber abgestellt werden. Aus unserer Sicht ist diese Form der Augmented Reality die Zukunft und wird in Übungsszenarien von Einsatzkräften künftig eine große Rolle spielen“, sagt Cpt. Klaus A. EGGER, MSc, Pilot des Christophorus Flugrettungsvereins des ÖAMTC.
Auch die Berufsfeuerwehr Linz sieht in der virtuellen Unterstützung einen klaren Vorteil für die praktische Aus- und Weiterbildung. OBrR Ing. Klaus G. Thallinger von der Berufsfeuerwehr Linz erklärt: Diese virtuelle Form bringe wichtige Vorteile für die praktische Aus- und Weiterbildung. Sie könne die Basics, mit denen man das Handwerk lernt, aber nicht ersetzen – das sei auch nicht das Ziel. Dafür lasse sich die taktische und strategische Anwendung der Grundlagen besonders ressourcenschonend üben. Am Beispiel Hubschrauberlandeplatz zeige sich das deutlich, weil kein wertvolles Einsatzmittel für die Lagedarstellung gebunden werde. Die Möglichkeiten seien vielfältig und würden künftig eine große Unterstützung sein. Man stehe erst am Anfang einer spannenden Entwicklung.
Die Erfahrungen aus dieser ersten virtuellen Übung sollen nun ausgewertet und für künftige Schulungen genutzt werden, um die Einsatzvorbereitung stetig weiterzuentwickeln.
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