KI in der Intensivpflege: Kongress in Wiener Neustadt

Rund 300 Fachkräfte aus ganz Österreich diskutierten beim 16. Niederösterreichischen Intensivpflegekongress über den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Pflege. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Technologie und menschliche Kompetenz zusammenwirken können.
Die FH Wiener Neustadt hat gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg den 16. Niederösterreichischen Intensivpflegekongress veranstaltet. Über zwei Tage hinweg beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz und der Rolle menschlicher Fachkompetenz in der Intensivpflege.
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Pflegealltag. Sie kann Dokumentationsaufgaben erleichtern, Informationen rascher bereitstellen und bei komplexen Entscheidungsprozessen Unterstützung bieten. Dennoch bleiben fachliche und menschliche Fähigkeiten der Pflegekräfte in der Intensivpflege unverzichtbar.
„KI kann Pflegefachkräfte in vielen Bereichen unterstützen und wertvolle Entlastung schaffen. Gleichzeitig lebt professionelle Pflege von Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und dem persönlichen Kontakt zu den Patientinnen und Patienten“, erklärt Bettina Koller-Resetarics, Leiterin der Fakultät Gesundheit an der FH Wiener Neustadt. Entscheidend sei, neue Technologien dort einzusetzen, wo sie den Menschen sinnvoll unterstützen.
Pflegeidentität im KI-Zeitalter
Unter dem Motto „Pflege 4.0 – High-Tech, High-Care: Pflegeidentität im KI-Zeitalter“ beleuchteten Fachvorträge, wie künstliche Intelligenz und neue Technologien die Intensivpflege verändern. An konkreten Beispielen wurde diskutiert, welche Rolle KI bei der Entscheidungsfindung und in der Ausbildung spielen kann. Auch die Möglichkeiten für die Pflegedokumentation und die Grenzen der Technologie wurden thematisiert.
Der Kongress widmete sich auch jenen Aspekten, die sich nicht durch Technologie ersetzen lassen. Themen wie Achtsamkeit und Resilienz, personzentrierte Pflege und Lebensqualität ergänzten das Programm. Als Keynote-Speaker sorgte Ö3-Moderator Tom Walek für einen besonderen Impuls.
Praxistraining und Austausch
In begleitenden Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Umsetzung von Theorie in die Praxis erproben. Im Fokus standen verschiedene Beatmungsverfahren, moderne intensivmedizinische Behandlungsmethoden sowie das richtige Handeln in Notfallsituationen. Letzteres wurde am Patientensimulator realitätsnah trainiert.
„Technologische Entwicklungen verantwortungsvoll aufzugreifen und gemeinsam mit der Praxis weiterzudenken, ist ein wesentlicher Anspruch unserer Hochschule“, betonen Axel Schneeberger und Violeta Kaličanin, Geschäftsführer der FH Wiener Neustadt. Der Intensivpflegekongress schaffe den passenden Rahmen und zeige, wie wichtig der enge Austausch zwischen Ausbildung, Wissenschaft und klinischer Praxis für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sei.
Rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Österreich nahmen am Kongress teil, der viel Raum für Vernetzung und persönlichen Austausch bot. Eine begleitende Industrieausstellung mit 33 Ausstellerinnen und Ausstellern ermöglichte Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Innovationen im Intensivbereich.


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