KI-Modell soll Latein lernen – Innsbrucker forscht mit

Nach Altgriechisch steht nun Latein auf dem Lehrplan einer Künstlichen Intelligenz. Der Innsbrucker Latinist Martin Korenjak ist an dem mit 810.000 US-Dollar geförderten Projekt beteiligt, das historische Quellen erschließen soll.
Das KI-Modell „Apollo“ wurde erst vor Kurzem präsentiert. Es beherrscht Altgriechisch, ergänzt selbstständig fehlende Wörter oder ganze Passagen in Fragmenten und hilft so, alte Schriftstücke zu verstehen und historisch einzuordnen. Jetzt soll die Technologie auf Latein ausgeweitet werden – mit dem Ziel, bisher schwer zugängliche Überlieferungen von der Antike bis zur Neuzeit zu erschließen.
Für die Entwicklung des neuen Sprachmodells hat das Team um Anna Dolganov vom Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW eine Förderung von 810.000 US-Dollar (rund 722.700 Euro) erhalten. Das Geld stammt von Schmidt Sciences, einer US-Organisation, die vom ehemaligen Google-Chef Eric Schmidt und seiner Frau Wendy Schmidt gegründet wurde.
Innsbrucker Expertise gefragt
An dem auf zwei Jahre angelegten Vorhaben arbeitet Martin Korenjak vom Institut für Klassische Philologie und Neulateinische Studien der Universität Innsbruck mit. Weitere Partner sind David Smith von der Northeastern University in Boston und Dimitris Vlitas von SAIL Reply. Aus mehr als 500 Einreichungen wurde das Projekt als eines von 19 Vorhaben ausgewählt.
Zwölf Milliarden Wörter als Trainingsmaterial
Das Latein-Modell soll lückenhafte Texte rekonstruieren, lateinische Quellen durchsuchbar machen und Wissen aus großen Textbeständen verfügbar machen. Während „Apollo“ auf etwa 600 Millionen Wörtern basiert, steht für das Training der KI ein lateinisches Textkorpus mit rund zwölf Milliarden Wörtern bereit. Als Entwicklungspartner sind erneut Mistral AI und SAIL Reply an Bord.
Quelle: https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2026/ki-lernt-nach-altgriechisch-auch-latein
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