KI-Nutzung im Handel vervierfacht sich binnen zwei Jahren

Mona HopfingerMona Hopfinger
KI-Gehirn mit Wachstumspfeil und Einkaufswagen, Daten für Österreich 2025
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz im österreichischen Einzelhandel ist massiv gestiegen. Innerhalb von zwei Jahren kletterte der Anteil der Handelsunternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten, die KI verwenden, von 5,1 auf 20,9 Prozent, so der ORF.

Laut einer aktuellen Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der JKU Linz hat sich die KI-Nutzung im heimischen Einzelhandel zwischen 2023 und 2025 vervierfacht. Der Anteil der Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden, die Künstliche Intelligenz einsetzen, stieg von 5,1 Prozent auf 20,9 Prozent.

Damit liegt Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt. In der gesamten Europäischen Union nutzen 15,5 Prozent der Einzelhandelsunternehmen KI, wie aus Daten von Eurostat und Statistik Austria hervorgeht.

Aufstieg auf Platz neun im EU-Ranking

Im europäischen Vergleich hat sich Österreichs Einzelhandel verbessert: von Platz 14 auf Platz neun. An der Spitze steht Dänemark, dort nutzen 32,1 Prozent der Unternehmen KI. Danach folgen Slowenien und die Niederlande. Deutschland liegt bei 23,4 Prozent knapp vor Österreich.

IHaM-Handelsforscher Ernst Gittenberger erklärte, der heimische Einzelhandel habe KI „deutlich schneller integriert als der gesamte EU-Raum“. Er wies allerdings darauf hin, dass die Erhebung ausschließlich Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten erfasst. Über den Stand bei Klein- und Kleinstbetrieben lasse sich daraus nichts ableiten.

Marketing und Content-Erstellung dominieren

Am häufigsten wird KI derzeit in kundenbezogenen Bereichen eingesetzt. 12,3 Prozent der Handelsunternehmen verwenden die Technologie für Marketing oder Verkauf. 11,8 Prozent nutzen sie zur Erstellung von Bildern, Videos oder Audio-Inhalten. Für Datenanalysen nutzen 10,5 Prozent der Unternehmen KI.

In Bereichen wie Logistik, Forschung oder Controlling kommt die Technologie deutlich seltener zum Einsatz. Die Studienautoren interpretieren dies als Hinweis darauf, dass Unternehmen bevorzugt Anwendungen wählen, die sich vergleichsweise einfach einführen lassen und rasch Nutzen bringen.

Fokus auf Unterstützung der Mitarbeitenden

Institutsvorstand Christoph Teller betonte, dass KI im Handel vor allem Mitarbeitende unterstützen solle. Der Nutzen zeige sich vor allem dort, wo Routinetätigkeiten leichter werden und mehr Zeit für den persönlichen Kontakt mit Kundinnen und Kunden bleibt.

Wichtig sei nicht, ob man die Technologie sieht, sondern welchen konkreten Mehrwert sie im Arbeitsalltag und beim Einkaufen bringt, so Teller.

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3368180/

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