KI-Offensive für Österreichs Landwirtschaft gestartet

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

In Wieselburg präsentieren Bund und Land Niederösterreich neue Initiativen, um Künstliche Intelligenz auf heimischen Bauernhöfen zu etablieren. Eine Stiftungsprofessur und drei EU-kofinanzierte Programme sollen moderne Technologien in die Praxis bringen.

Bei der Veranstaltung „AI meets Agriculture“ am Francisco Josephinum in Wieselburg haben Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Niederösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf Maßnahmen vorgestellt, mit denen Künstliche Intelligenz in der heimischen Landwirtschaft zum Einsatz kommen soll. Im Zentrum stehen intelligente Maschinen, autonome Roboter sowie datenbasierte Systeme für Düngung und Betriebsführung.

Totschnig betonte, dass technologischer Fortschritt alle Betriebe erreichen müsse. Besonders für kleinstrukturierte Familienbetriebe brauche es Lösungen, die einfach, leistbar und auf betriebliche Bedürfnisse zugeschnitten seien. Als Beispiel nannte er das am Francisco Josephinum entwickelte System TerraZo. Mit dessen Hilfe können landwirtschaftliche Betriebe Düngeapplikationskarten erstellen und ihre Düngereffizienz um bis zu zehn Prozent steigern.

Pernkopf kündigte die Gründung einer Stiftungsprofessur für datenzentrierte Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft am Campus Josephinum der Fachhochschule Wiener Neustadt an. Das Land Niederösterreich stellt dafür 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel sei es, moderne Technologien mit agrarischem Know-how zu verbinden.

Innovation Farm testet Technologien unter realen Bedingungen

Die Innovation Farm prüft an Versuchsstandorten in ganz Österreich innovative Technologien auf ihre Praxistauglichkeit. Die gewonnenen Erkenntnisse werden direkt an Bäuerinnen und Bauern weitergegeben. An den höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen gibt es einen Schwerpunkt im Bereich Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Datenkompetenz.

Drei EU-kofinanzierte Initiativen arbeiten zusammen

Um aus innovativen Ideen marktfähige Produkte zu entwickeln, kooperieren drei von der Europäischen Union und Österreich kofinanzierte Initiativen:

  • AgrifoodTEF bietet Unternehmen und Start-ups Zugang zu Infrastrukturen, um KI- und Robotiklösungen unter realen Bedingungen zu testen. In Österreich stehen dafür Versuchsfelder, Versuchsstallungen und digitale Testmöglichkeiten zur Verfügung.
  • EDIH AI5innovation unterstützt österreichische Unternehmen bei der digitalen Transformation mit „Test before Invest“-Programmen, Trainingsangeboten und Hilfe bei der Finanzierungssuche.
  • AI Factory Austria ist Österreichs nationale AI Factory im Rahmen des EuroHPC Joint Undertaking. Sie kombiniert Hochleistungsinfrastruktur mit einem physischen Hub und bietet Beratung, Use-Case-Entwicklung sowie Zugang zu europäischer High-Performance-Computing-Infrastruktur.

Heinrich Prankl, Leiter der Forschung am Francisco Josephinum und Geschäftsführer von Josephinum Research, erklärte, man wolle Kompetenzen und Infrastrukturen so vernetzen, dass Unternehmen für ihre konkreten Herausforderungen auf das jeweils passende Angebot zugreifen könnten – unabhängig davon, an welchen Partner sie sich als erste Anlaufstelle wendeten.

Quelle: OTS

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