KI spart Büromitarbeitern bis zu 20 Prozent Arbeitszeit

Generative Künstliche Intelligenz steigert die Produktivität im Büroalltag bereits messbar. Eine Studie der IMC Hochschule Krems mit über 1.000 Befragten aus österreichischen Unternehmen zeigt: Ein Fünftel der Nutzer gewinnt wöchentlich zehn bis 20 Prozent Arbeitszeit.
Eine aktuelle Erhebung der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems belegt konkrete Effizienzgewinne durch generative Künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag. An der Studie „GenAI Produktivität am Arbeitsplatz“ nahmen 1.196 Büromitarbeiter aus österreichischen Betrieben teil, 1.016 valide Datensätze wurden ausgewertet. Das Land Niederösterreich, die Wirtschaftskammer Niederösterreich, die Industriellenvereinigung Niederösterreich und das Haus der Digitalisierung veröffentlichen die Ergebnisse nun als Whitepaper.
„Künstliche Intelligenz ist längst Teil unserer Arbeitswelt. Entscheidend ist, dass wir ihre Möglichkeiten verantwortungsvoll und mit klarem Mehrwert für die Menschen und unsere Betriebe nutzen“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Die Studie zeige, dass generative KI Arbeitsabläufe bereits heute effizienter gestalten könne.
Zeiteinsparungen trotz geringer Erfahrung
Rund ein Fünftel der befragten GenAI-Nutzer erzielt wöchentliche Zeiteinsparungen von zehn bis 20 Prozent der Arbeitszeit. Bemerkenswert dabei: Fast 70 Prozent der Anwender verfügen über weniger als ein Jahr Erfahrung mit der Technologie, weniger als 30 Prozent nutzen sie täglich. Auch mit geringer Erfahrung seien rasche Effizienzgewinne möglich, so die Studienergebnisse.
„Generative KI leistet bereits heute einen messbaren Beitrag zur Produktivität. Zugleich stehen viele Beschäftigte noch am Anfang der Lernkurve“, erklärt Michael Bartz, Professor am IMC Krems und Forschungsprojektleiter. Genau darin liege enormes Potenzial: Wer GenAI im Arbeitsalltag ausprobiere, könne sehr schnell konkreten Nutzen erzielen.
Gewonnene Zeit fließt zurück in die Arbeit
Die eingesparte Zeit wird überwiegend produktiv genutzt: 64 Prozent reagieren schneller auf Anfragen oder liefern Ergebnisse rascher, 63 Prozent erledigen mehr Aufgaben pro Tag und 54 Prozent investieren die Zeit in höherwertige Tätigkeiten. Zu den häufigsten Einsatzfeldern zählen das Verbessern und Zusammenfassen von Texten, Recherche, Übersetzungen sowie die Strukturierung von Wissen.
Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, sieht darin einen Wettbewerbsvorteil: „Wenn Routineaufgaben schneller erledigt werden und dadurch mehr Zeit für Kundinnen und Kunden, neue Ideen oder anspruchsvollere Aufgaben entsteht, wird KI zum Wettbewerbsvorteil.“ Das Whitepaper zeige, wo Unternehmen praxisnah ansetzen könnten.
Führung und klare Regeln entscheidend
Erfolgreiche KI-Nutzung ist laut Studie nicht allein eine technische Frage. Führungskräfte und interne Vorbilder spielen eine zentrale Rolle. Ebenso wichtig seien freigegebene Werkzeuge und klare Regeln: Fehlen geeignete Unternehmenslösungen, steige das Risiko, dass Beschäftigte auf private oder nicht freigegebene Anwendungen ausweichen.
„Produktivität ist ein zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandortes. Generative KI bietet hier große Chancen“, erklärt Kari Ochsner, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich. Dafür brauche es klare Rahmenbedingungen, sichere Anwendungen und Führungskräfte, die den Wandel aktiv gestalten.
Workshops und Kompetenzoffensive
Mit der gemeinsamen Verteilung des Whitepapers wollen die beteiligten Organisationen Bewusstsein schaffen und Unternehmen den Einstieg erleichtern. Die Initiative ergänzt die Beteiligung des Haus der Digitalisierung an der Wirtschaftsplattform von Digital Austria und stärkt die Kompetenzoffensive rund um Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
„Mit dem Whitepaper schaffen wir Awareness, mit unseren Workshops bringen wir das Thema in die konkrete Anwendung“, betonen die Geschäftsführer des Haus der Digitalisierung, Lukas Reutterer und Claus Zeppelzauer. Unternehmen sollen KI selbst ausprobieren und unmittelbar erleben können, wo sie im Arbeitsalltag Nutzen stifte.
Das Haus der Digitalisierung in Tulln bietet dazu mehrere Workshops an:
- Einsatz generativer KI im Unternehmen – Workshop für Fortgeschrittene am 28. September 2026, 14 bis 18 Uhr
- Prompt-a-thon: Vom Use Case zum perfekten Prompt am 7. Oktober 2026, 14 bis 18 Uhr
- n8n – Von Null zur eigenen Automatisierung am 14. Oktober 2026, 9 bis 14 Uhr
Die Studie wurde von Professor Michael Bartz geleitet, weitere Autoren sind Doris Berger-Grabner, Denise Kleiss und Ruben Ruiz Torrubiano.
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