KI verändert Aufsichtsratsarbeit grundlegend

Künstliche Intelligenz eröffnet Aufsichtsräten neue Möglichkeiten bei der Analyse komplexer Daten. Doch die Technologie wirft auch Fragen nach Verlässlichkeit und Verantwortung auf, wie ein AVL-Manager erläutert.
Künstliche Intelligenz schafft für Aufsichtsräte neue Chancen. Die Technologie kann dabei unterstützen, komplexe Berichte zu strukturieren, Entwicklungen über längere Zeiträume zu vergleichen, Muster zu erkennen und externe Perspektiven in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Für Dr. Yorck Schmidt, Finanzvorstand und Geschäftsführer von AVL, wird KI dadurch zu einem wertvollen Werkzeug, um strategisch relevante Themen klarer zu erfassen und fokussiertere Diskussionen vorzubereiten.
Die erweiterten Analysemöglichkeiten werfen jedoch wichtige Fragen auf. Wie verlässlich sind die von KI generierten Erkenntnisse? Können plausibel klingende Schlussfolgerungen mit Fakten verwechselt werden? Und was geschieht mit der Unternehmensführung, wenn nicht mehr der Zugang zu Informationen knapp ist, sondern die Fähigkeit, diese verantwortungsvoll zu interpretieren?
Erfahrungen aus der Praxis
In einem Interview mit Benedikt Kommenda für die Publikation „Aufsichtsrat aktuell“ spricht Schmidt über seine eigenen Erfahrungen mit KI-gestützter Analyse. Er beleuchtet sowohl das Potenzial als auch die Grenzen der Technologie. Schmidt erklärt, wie KI die Informationsbasis für Aufsichtsräte erweitern kann, betont aber auch die Momente, in denen menschliche Erfahrung, kritisches Urteilsvermögen und Überprüfung entscheidend werden.
Seine Perspektive deutet auf eine grundlegende Veränderung in der Aufsichtsratsarbeit hin: weg vom Zugang zu Informationen, hin zur Bewertung von deren Relevanz und Verlässlichkeit. KI könne die Sorgfaltspflicht unterstützen, aber sie könne keine Konsequenzen abwägen, keine Verantwortung übernehmen und keine endgültige Entscheidung treffen. Je breiter analytische Fähigkeiten verfügbar werden, desto bedeutsamer werde die menschliche Verantwortung im Kern der Unternehmensführung.
Zukunft der Unternehmensführung
Schmidt ist überzeugt, dass die Zukunft der Unternehmensführung von mehr als nur intelligenten Systemen abhängen wird. Das vollständige Interview, in dem er darlegt, wie er KI in der Praxis einsetzt und wo er deren Grenzen zieht, ist auf der AVL-Website verfügbar. Das Gespräch liegt ausschließlich in deutscher Sprache vor.
Quelle: https://www.avl.com/en/expert-article/ai-shifts-governance-information-control-sound-judgment
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