Kickl fordert „Remigration“ bei FPÖ-Frühschoppen

FPÖ-Chef Herbert Kickl hat beim traditionellen Frühschoppen der steirischen Freiheitlichen in Hartberg erneut „Remigration“ als politisches Ziel genannt. Vor rund 3.500 Gästen sprach er von einem notwendigen „Systemwechsel“ mit einem „Volkskanzler an der Spitze“.
Beim Hartberger Oktoberfest trat Herbert Kickl am Sonntag vor einem vollen Festzelt auf und bekräftigte seine Vision für Österreich. „Lasst euch von niemandem einreden, dass Remigration etwas Unanständiges ist“, sagte der FPÖ-Bundesparteiobmann. Nur ein Systemwechsel könne das Land noch retten, betonte er mit Verweis auf die kommende Nationalratswahl.
Der Frühschoppen in der Oststeiermark gehört seit Jahren fix zum politischen Herbstprogramm der Freiheitlichen. Rund 3.500 Besucher verfolgten zunächst musikalische Darbietungen, bevor Kickl gemeinsam mit der steirischen FPÖ-Landesspitze, darunter Landeshauptmann Mario Kunasek, einzog.
Kunasek warnt vor „politischem Islam“
Kunasek, der nach guten Umfragewerten locker auftrat, wählte gemäßigtere Worte. Er warnte jedoch vor einer Gefahr durch den „politischen Islam“. Für Menschen, die mit „unseren Werten“ ein Problem hätten, müsse es heißen: „Ab, gute Reise.“
Den Koalitionspartner ÖVP auf Landesebene lobte der Landeshauptmann. Es werde nicht gestritten, sondern gearbeitet, und es funktioniere – nachdem die ÖVP gemerkt habe, dass „die heilige Ordnung“ nach der Landtagswahl 2024 nicht mehr bestehe. Kunasek appellierte an alle Wähler: „Wir können alles schaffen, nicht nur den Landeshauptmann. Wir können auch Österreich auf Vordermann bringen.“
Kickl präsentiert sich als „gefährlich für die Richtigen“
Kickl betrat unter „Herbert“-Rufen und geschwenkten Österreich-Fahnen die Bühne. Die „wirkliche Volkspartei“ sei hier, meinte er. Es folgten Seitenhiebe auf ÖVP-Chef Christian Stocker und Andreas Babler von der „Selbsthilfegruppe Sozialpartei“, die einen „Obmann verzweifelt“ suche.
Er stelle fest, dass sich die Anwesenden nicht vor ihm fürchteten, sagte Kickl. Er sei zwar als „gefährlichster Politiker“ bezeichnet worden, aber nicht für seine Landsleute, sondern für jene, „die unseren Wohlstand verludern und unsere Heimat stehlen“. Die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung seien „ein Witz“, der Strompreis trotz Strompreisbremse um 50 Prozent teurer als im Vorjahr und die Spritpreisbremse müsse man „mit der Lupe suchen“.
Vision einer „Festung Österreich“
Die kommende Nationalratswahl bezeichnete Kickl als „Schicksalswahl“. „Wenn wir zusammenhalten, wird das ein Durchmarsch und wir haben den Volkskanzler“, zeigte er sich zuversichtlich. Er zeichnete sein Bild eines künftigen Österreich: „Wir brauchen eine Festung Österreich“, und er wolle der „unattraktivste Asylstandort in ganz Europa“ werden.
Er wünsche sich ein Land, wo Dunkelheit niemandem Angst mache, ein Land, das selbst entscheide, wer kommen dürfe oder wer heimgehen müsse. Er wolle wieder ein „Gefühl der Geborgenheit“ haben und ein Land, in dem man „im Wirtshaus am Stammtisch oder auch an der Universität schreiben und sagen kann, was man will – ohne Zensur“.
So werde es sein, wenn die Freiheitlichen in Österreich regieren, so seine Darstellung. Zum Schluss gab es Applaus und erneut „Herbert“-Chöre, gefolgt von der steirischen Landes- und der österreichischen Bundeshymne.
Quelle: APA
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