Kiewer Großerzbischof warnt vor schwerem Kriegswinter

Der Großerzbischof aus Kiew, Swjatoslaw Schewtschuk, hat bei der Europäischen Bischofskonferenz in Salzburg über die dramatische Lage in der Ukraine berichtet. Der kommende Winter könnte der schwierigste seit Kriegsbeginn werden, so der ORF.
Bei der Jahrestagung der Europäischen Bischofskonferenz in Salzburg hat Swjatoslaw Schewtschuk eindringlich über die Situation in seinem Heimatland gesprochen. Das Gremium wurde 1971 gegründet und befasst sich mit Glaubensfragen sowie aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen.
Infrastruktur durch Angriffe zerstört
Der Ukraine steht nach Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 nun der fünfte Kriegswinter bevor. „Nun, die gute Nachricht ist, dass ich noch lebe“, erklärte Schewtschuk im ORF-Interview. Der bevorstehende Winter könnte der bislang härteste werden, weil Russland die Infrastruktur des Landes zerstört habe. Er selbst lebe in Kiew, wo es sehr viele Angriffe mit Drohnen und Raketen gebe.
Kirche als Zufluchtsort für die Bevölkerung
Vor dem Winter müsse nun dafür gesorgt werden, dass die ukrainische Bevölkerung mit den Ausfällen kritischer Infrastruktur umgehen könne, betonte der Großerzbischof. Es sei keine Frage, dass die Kirche hierzu beitrage. Man versuche jetzt, die Menschen etwa mit eigenen Heizsystemen unabhängiger zu machen. Die Kirche sei ein Ort der Widerstandskraft für die Menschen, die Klöster stünden allen offen, die kämen.
Glaube als Trost in schweren Zeiten
Aufgrund des großen Leids würden viele Menschen in der Ukraine derzeit Trost im Glauben suchen. „Ich bin als jemand hier, der Zeugnis von der Hoffnung aus der Ukraine bringt“, sagte Schewtschuk. Man sei dankbar für alle aus Europa, die der Ukraine Solidarität entgegenbringen. Man verteidige die Ukraine als selbstständige und rechtmäßige Nation, aber noch viel mehr verteidige man die menschliche Würde.
Im Zuge seiner Teilnahme an der Europäischen Bischofskonferenz traf der Kiewer Großerzbischof auch Ukrainerinnen und Ukrainer, die nach Salzburg geflohen waren.
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