Kinder erlebten Wald am Pecherpfad in Hölles
Zum 30-jährigen Bestehen des Pecherpfades in Hölles nahmen Kinder an einer waldpädagogischen Führung teil. Projektleiter Ernst Schagl zeigte den jungen Besuchern die Natur und das alte Handwerk der Pechgewinnung.
Am 12. September fand am Pecherpfad in Hölles eine waldpädagogische Sonderführung für Kinder statt. Anlass war das 30-Jahr-Jubiläum des Projekts. Ursprünglich war die Veranstaltung für den 15. August geplant, musste aber wegen Hitze und hoher Waldbrandgefahr verschoben werden.
Ernst Schagl leitete die Führung und vermittelte den Kindern Wissen über den Wald. Neben den beiden Pechern Gerhold Wöhrer und Karl Postl waren auch Gemeindevertreter anwesend: Bürgermeister Franz Stieger (ÖVP), die Gemeinderäte für Gemeinderatsfraktion Hermann Mocek (SPÖ) und Adrian Rusu (FPÖ) sowie Gemeinderat Mario Weigelhofer (ÖVP).
Von Dinosauriern bis zur Pechgewinnung
Die jungen Teilnehmer erfuhren, wie der Wald nach der Ur-Meerzeit mit den damals lebenden Dinosauriern entstand. Auf dem Programm standen auch das richtige Verhalten im Wald, die wichtigsten Bäume und Pflanzen sowie das Fällen eines dürren Baumes mit Altersbestimmung. Das alte Handwerk der Pechgewinnung und dessen wichtigste Produkte wurden ebenfalls vorgestellt.
Die Kinder konnten ihren Gleichgewichtssinn an einem umgeschnittenen Pechbaum testen. Bei einem Streifzug durch den Föhrenwald entdeckten sie zahlreiche Waldtiere – von Eichhörnchen über Eichelhäher, Bussard und Fasan bis hin zum Jungfuchs. Dabei lernten sie viel über das Leben der Tiere in freier Wildbahn.
Schätzspiel und gesunde Jause
Ein Bockerl-Pechheferl-Zielwurf und ein Bockerl-Schätzspiel sorgten für Unterhaltung. In einem Sack befanden sich 333 Föhrenbockerl. Die Geschwister Andreas Kamleitner mit einer Schätzung von 320 und seine Schwester Emilia mit 280 aus Hölles gewannen vor Sandro Weigelhofer aus Matzendorf mit 200. Als Preise erhielten sie Kinderspielzeuge und kleine Souvenirs.
Zum Abschluss gab es eine gesunde Jause, gespendet von der Gemeinde Matzendorf-Hölles gemeinsam mit dem Pecherpfad. Das Angebot umfasste selbst gemachte Aufstrichbrote mit Pecherbrot von der Bäckerei Dworzak und Gemüse. Bürgermeister Stieger half bei der Aufstrichzubereitung. Dazu gab es kurz vor der Veranstaltung am Hölleser Waldrand geerntete Weintrauben vom Weingut Familie Hartberger, Zwetschken und Kriecherl von Pecherpfad-Mitgründer Gerhard Schagl sowie Hölleser Traubensaft und Hollersirup.
Besonderer Dank galt den freiwilligen Helferinnen und Helfern, insbesondere Heidi Postl und Gerhard Schagl, die zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen.
Medaillen und Geschenke für die Kinder
Jedes Kind erhielt eine Pecherpfad-Medaille und auf Wunsch auch eine Schnecken-Medaille. In einem Säckchen bekamen sie Info-Material über den Wald, den Hölleser Pechbalsam sowie Geschenke wie Fruchtgetränke und Fruchtschnitten.
Bürgermeister Franz Stieger spendete der Pecherpfadgruppe für künftige Kinderführungen eine präparierte Eule und ein großes Wiesel.
Das neue Kinder-Bankerl neben der Kapelle, das vor vier Monaten von Pecher Gerhold Wöhrer mit Föhrenwaldholz errichtet wurde, erfreut sich großer Beliebtheit bei Kindern. Es wird Ende September bei der alle fünf Jahre durchgeführten Projektüberprüfung durch eine Expertenkommission nach Einhaltung der Auflagen in die Inventarliste aufgenommen.
Eine Mutter aus Matzendorf lobte bei der gemeinsamen Jause die Veranstaltung: „Hier wird den Kindern Natur-Wissensvermittlung auf höchstem Niveau geboten, dass man nicht so schnell ein zweites Mal wiederfindet. Woanders zahlt man viel Geld dafür, hier ist es sogar gratis, weil den Betreibern die Weitergabe des Erbes ihrer Vorfahren sichtlich am Herzen liegt“, sagte sie.
Quelle: https://www.matzendorf-hoelles.at/Walderlebnis-Kindernachmittag_am_Pecherpfad
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