Kinderbetreuung „Insel“ fordert Förderzusage von Stadt

Der Verein „Insel“ steht ohne öffentliche Förderung da und muss nun dreimal höhere Preise verlangen. Der Vorstand drängt auf eine rasche Entscheidung der Stadt Salzburg, während die Sozialabteilung das vorgelegte Konzept noch prüfen will, so der ORF.
Seit Beginn des laufenden Schuljahres erhält die Kinderbetreuungseinrichtung „Insel“ keine öffentlichen Fördermittel mehr. Die Folge: Die Preise für die Betreuung mussten auf das Dreifache angehoben werden, wie der Vereinsvorstand mitteilt. Sowohl die Stadt Salzburg als auch das Land Salzburg haben ihre bisherige Unterstützung von jeweils 180.000 Euro gestrichen.
Die städtische Sozialabteilung begründet den Schritt damit, dass die Nachmittagsbetreuung in der bisherigen Form nicht mehr gefördert werde. Dies sei mehrfach kommuniziert worden. Das vom Vorstand vorgelegte neue Konzept müsse erst geprüft werden, bevor eine Entscheidung fallen könne.
Verein wartet auf Entscheidung
Ingo Köffel, Vorstand des Vereins, betont, dass sowohl ein Zukunftskonzept als auch alle geforderten Unterlagen – darunter der Jahresabschluss für 2025 – an die Stadt übermittelt worden seien. Aktuell stehen rund 80 Kinder auf der Reservierungsliste der „Insel“. Viele Eltern würden jedoch noch zuwarten.
Die Zeit dränge, so Köffel, da die Anmeldefristen für Nachmittagsbetreuung in den Schulen in wenigen Tagen ablaufen. Besonders die Inklusionskinder mit Behinderungen, die in der „Insel“ betreut werden, seien „todunglücklich“, wenn sie woanders hingehen müssten. Der Verein habe im Sommer bereits in Vorleistung gearbeitet und sein Sommerprogramm statt fünf sogar acht Wochen lang angeboten.
Stadt sieht Ultimatum kritisch
Patrick Pfeifenberger, Leiter der städtischen Sozialabteilung, erklärt, dass die Stadt seit Monaten klargestellt habe, dass eine reine Nachmittagsbetreuung wie bisher nicht mehr gefördert werde. Es brauche ein neues Angebot. Das vorgelegte Konzept des Vorstandes sei zwar umfangreich, müsse aber noch geprüft werden.
Im Jahresabschluss 2025 gebe es noch In-Sich-Geschäfte, die geklärt werden müssten. Nach den Konflikten der letzten Jahre stelle sich für die Stadt die Frage, ob der Verein noch ein verlässlicher Partner sei, so Pfeifenberger.
In einer E-Mail an den Verein schrieb er: „In Anbetracht der Gesamtschau der Entwicklungen halte ich dieses der Politik gegenüber formulierte Ultimatum weder für tauglich noch für angebracht.“ Die Landesförderung ist ebenfalls gestrichen, da sie an die Unterstützung der Stadt gebunden ist.
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