Klagenfurt: Klimaschutz als Wettbewerbsvorteil

Beim Zukunftsdialog im Lakeside Spitz diskutierten nationale und internationale Fachleute über die wirtschaftlichen Chancen von Klimaschutzmaßnahmen. Zentrale Erkenntnis: Ökologie und Ökonomie müssen zusammenwirken.
Unter dem Motto „Klagenfurt moves forward“ fand am Montag im Veranstaltungszentrum Lakeside Spitz ein Zukunftsdialog statt. Nationale und internationale Fachleute erörterten vor Publikum, welche Vorteile sich für Klagenfurt aus konsequentem Klimaschutz ergeben. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Bürgermeister Christian Scheider, Vizebürgermeister Ronald Rabitsch, Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger und Stadträtin Sandra Wassermann, BA MA teil.
Die österreichische Bundesregierung hat kürzlich einen Entwurf für ein verbindliches Klimagesetz präsentiert, das Klimaneutralität bis 2040 festschreibt. Erreicht werden soll dieses Ziel durch Emissionsreduktion, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft. Klagenfurt verfolgt diese Maßnahmen bereits seit längerem und nimmt an der EU-Cities Mission „100 klimaneutrale und smarte Städte bis 2030“ teil.
Klimaschutz und Wirtschaft als Partner
Die Stadt Klagenfurt ging gemeinsam mit der Mission Facility Austria der Frage nach, was Climate Action einer Stadt wie Klagenfurt bringt. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden noch am Veranstaltungstag erste Ergebnisse von Vertreterinnen und Vertretern von Stadt, Land, Bund und EU präsentiert.
Eine zentrale Erkenntnis der Dialogveranstaltung: Klimaschutz und Wirtschaft schließen einander nicht aus. Sie müssen Hand in Hand gehen, um Basis für eine nachhaltige und gewinnbringende Wirtschaftsentwicklung zu sein. Zweite wichtige Erkenntnis: Klimaschutz bedeutet Lebensqualität. Städte wie Klagenfurt können durch umgesetzte Klimaschutzmaßnahmen in Zukunft auf vielen Ebenen profitieren.
Vorträge aus europäischer und nationaler Perspektive
Vorträge zu Climate Action lieferten Elena Kostadinova von der EU-Kommission Generaldirektion aus europäischer Perspektive und Dr. Jürgen Schneider vom Bundesministerium Sektion VI - Umwelt und Klima aus nationaler Sicht. Teresa Steininger, Ph.D. vom OECD Centre for Entrepreneurship, SMEs, Regions and Cities beleuchtete das Thema aus internationaler Perspektive.
Zwei Diskussionsrunden widmeten sich den Themen „Kosten des Nicht-Handelns und wirtschaftliche Chancen der Anpassung“ sowie „Warum lohnt sich Climate Action?“.
Klagenfurt als Vorreiter seit 2011
Bürgermeister Christian Scheider betonte, dass Klagenfurt seit 2011 auf Klimaschutz setzt und national sowie international vernetzt ist. „Mit unserer Smart City Klimastrategie konnte schon viel CO2 eingespart werden. Jetzt gilt es, weiter die richtigen Schritte zu setzen und auf dem Weg des Klimaschutzes die Bürger und die Wirtschaft mitzunehmen“, so Scheider.
Vizebürgermeister Ronald Rabitsch verwies auf das Projekt „COOL DOWN Klagenfurt“. „Wir investieren in Begrünung, Entsiegelung und klimafitte Stadträume, um unsere Stadt auch in Zeiten des Klimawandels attraktiv, lebenswert und wettbewerbsfähig zu halten“, erklärte der Stadtentwicklungsreferent.
Konkrete Erfolge im öffentlichen Verkehr
Stadträtin Sandra Wassermann, BA MA, Referentin für ÖPNV, Straßenbau und Verkehr, berichtete von konkreten Erfolgen: Im öffentlichen Verkehr konnten die Fahrgastzahlen bereits verdoppelt werden, drei Jahre früher als geplant. Wichtige Infrastrukturprojekte wie die neue Kläranlage und Biogasanlage würden zum Klimaschutz beitragen.
Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger hob hervor, dass Klagenfurt als einziger österreichischer Teilnehmer an der EU-Cities-Mission eine Vorreiterrolle einnehmen kann. Dr. Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltschutz, ergänzte, dass Klagenfurt die erste Stadt mit einer Klimabilanz gewesen sei.
Klimagesetz schafft rechtliche Grundlage
Dr. Jürgen Schneider vom Bundesministerium erklärte, dass das derzeit in Begutachtung befindliche Klimagesetz dem Klimaschutz erstmals eine richtige rechtliche Grundlage gebe. „Wer also nichts für den Klimaschutz macht, wird auch abgestraft, weil Standorte dadurch unattraktiver werden“, so Schneider.
Teresa Steininger, Ph.D. von der OECD verwies auf eine aktuelle Studie, wonach Städte von der Größe Klagenfurts eine besonders wichtige Rolle im Klimaschutz einnehmen. Sie hätten aber auch besonders schwierige Rahmenbedingungen, vor allem aus finanzieller Sicht. Gemeinsam mit Partnern könne die Stadt weiterhin eine Vorreiterrolle bei Climate Action übernehmen.
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