Klagenfurt: Messungen für Geothermie-Projekt laufen

Pia ProdingerPia Prodinger
Geothermie: 320 Messgeräte in 30-40 cm Tiefe, 70-80°C heißes Wasser aus 3500 m Tiefe
© Mit KI (Gemini) generiert

Im Klagenfurter Becken sind derzeit 320 Messgeräte in 30 bis 40 Zentimeter Tiefe im Einsatz. Sie erfassen Bodenschwingungen, um die Gesteinsbeschaffenheit zu analysieren. Die Stadtwerke prüfen damit die Machbarkeit einer Geothermie-Anlage, so der ORF.

Seit einigen Wochen sind im gesamten Klagenfurter Becken genau 320 kleine Messgeräte vergraben. Sie liegen in einer Tiefe von 30 bis 40 Zentimetern und zeichnen Bodenschwingungen auf. Ziel ist es, Informationen über die Beschaffenheit des Gesteins zu sammeln.

Marcellus Schreilechner, der leitende Geologe, führt die Machbarkeitsstudie für die Stadtwerke durch. Er erklärt, dass poröses Gestein die Voraussetzung dafür sei, dass Tiefenwärme aus dem Erdkern in höhere Schichten aufsteigen könne. „Je tiefer diese Gesteine liegen, desto höher wird die Temperatur sein. Aber wesentlich ist, dass das Gestein porös und fließfähig ist – sodass die Poren, die Lücken, mit Wasser gefüllt sind“, so der Geologe.

Auswertung in rund einem halben Monat

Die Messungen sind für die Stadtwerke der erste Schritt zur möglichen Nutzung von Tiefenwärme. Vorstand Erwin Smole betont, dass der Aufwand zwar hoch sei, man aber erst nach der Auswertung das Potenzial und die Kosten genau beziffern könne. Man gehe davon aus, dass das Projekt wirtschaftlich sei, da dies in anderen Städten bereits gezeigt worden sei.

Moritz Hofbauer, Projektleiter bei den Stadtwerken, rechnet bald mit ersten Ergebnissen. Die Geräte würden in ungefähr einem halben Monat wieder ausgegraben, gewaschen und ins Büro gebracht. Dort erfolge das Auslesen und die Aufbereitung der Daten mit einem Rechen-Algorithmus. Erst wenn weitere Untersuchungen grünes Licht geben, könne mit dem Bau einer Geothermie-Anlage begonnen werden.

Wasser zirkuliert im Kreislauf

Das geplante System funktioniert nach folgendem Prinzip: Eine erste Bohrung fördert warmes Wasser mit 70 bis 80 Grad aus 3.500 Meter Tiefe und bringt es zu einem Wärmetauscher an der Erdoberfläche. Dort wird die Wärme für das Fernwärmenetz in Klagenfurt genutzt, das Wasser kühlt ab.

In einer zweiten Bohrung werde das Wasser wieder in das gleiche Gestein verpresst, erklärt Schreilechner. Damit bleibe der Lagerstättendruck im Untergrund aufrecht und das Wasser zirkuliere. „Es wird nicht direkt entnommen, sondern nur die Wärme wird abgenommen“, so der Geologe.

Wenn alle Untersuchungen positiv verlaufen, könnte in zehn bis 20 Jahren warmes Wasser aus dem Erdinneren für die Fernwärme in Klagenfurt genutzt werden.

Quelle: https://kaernten.orf.at/stories/3368650/

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