Klanglicht kehrt nach Schloss Eggenberg zurück

Das Grazer Licht- und Soundfestival Klanglicht findet heuer wieder im Schloss Eggenberg und dessen Park statt. Erstmals gibt es auch eine Ausgabe in Wien, im Schwarzenberg Garten beim Belvedere. Wegen angespannter Finanzen wird erstmals für die gesamte Veranstaltung Eintritt verlangt.
Das Festival Klanglicht kehrt heuer von 23. Oktober bis 7. November nach Schloss Eggenberg und in den weitläufigen Schlosspark zurück. Bereits im Coronajahr 2021 war die Veranstaltung dort zu Gast. Auf dem Programm stehen diesmal 14 künstlerische Installationen. Geöffnet ist das Festival täglich von 18 bis 22 Uhr. Erstmals gibt es zeitgleich auch eine Ausgabe im Schwarzenberg-Garten beim Wiener Belvedere.
Bei der Programmpräsentation am Dienstag im Pavillon von Schloss Eggenberg sprach Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz und Veranstalter von Klanglicht, von einer Neuausrichtung des Festivals. Da sich der finanzielle Eigenanteil der Bühnen Graz halbiert habe, sollen die fehlenden Mittel künftig durch Ticketeinnahmen ausgeglichen werden. Mit der Ausgabe in Eggenberg habe man bereits 2021 sehr gute Erfahrungen gemacht, erklärte Rinner.
Historische Wurzeln der Lichtinszenierung
Rinner verwies auf die kosmische, architektonische und kalendarische Gestaltung von Schloss Eggenberg, die einen idealen Rahmen für ein Festival bilde, das sich mit Zeit, Geschichte, Gegenwart und Zukunft auseinandersetzt. Zudem zog er eine historische Verbindung ins Jahr 1673: Damals wurde die Grazer Bevölkerung anlässlich der Hochzeit von Kaiser Leopold I. und Claudia Felizitas von Tirol dazu aufgerufen, Lichter in die Fenster zu stellen. Die darauf folgende Illumination der Stadt bezeichnete Rinner augenzwinkernd als das „erste Klanglicht“.
Kunstwerke zwischen Vergangenheit und Zukunft
Kuratorin Birgit Lill-Schnabl sieht die 14 Arbeiten als Verbindung zwischen der Geschichte des Schlosses und zukünftigen Perspektiven. Einige Installationen werden auch in den Innenräumen des Schlosses präsentiert.
Im Planetensaal zeigt Inge Dick mit „Jahres Licht Weiss“ eine fotografische Arbeit, die Licht über lange Zeiträume hinweg dokumentiert und künstlerisch interpretiert. Im Schlosshof wird die Installation „Whispering Mountains“ des australischen Studios Enes zu sehen sein. Lill-Schnabl bezeichnete das Werk als besonders eindrucksvoll und verglich dessen Wirkung mit einer Umarmung der Besucherinnen und Besucher.
Weitere Stationen sind „Continuum“ von Robin Beekman in der Schlosskapelle sowie „Migratory Senses“ von Helga Griffith in der Sakristei. Die Arbeit beschäftigt sich mit Duft, Erinnerungen und dem Gefühl von Heimat. Im Planetengarten präsentiert Miriam Hamann mit „Planet 9“ eine Installation über Erkenntnisgewinn, Forschung und wissenschaftliche Wahrscheinlichkeiten.
Im Lapidarium wird Heleen Blankens Werk „Abiosis“ gezeigt. Der Künstler Joschua Hohenbrink verwandelt den Pavillon mit „Floral Forest“ in eine Installation, die Elemente des Rokoko mit Naturmotiven verbindet. Mit „Prism“ ist außerdem ein Projekt von Studierenden des Instituts für Design und Kommunikation der FH Joanneum vertreten.
Unterstützung aus Kultur und Politik
Marko Mele, Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum, zeigte sich erfreut darüber, dass Klanglicht erneut an diesen besonderen Standort zurückkehrt. Für die Stadt Graz betonte Kurt Hohensinner (ÖVP) in Vertretung von Kulturstadträtin Claudia Unger, dass das Festival weit mehr als eine Kulturveranstaltung sei und die Stadt jedes Jahr aufs Neue verzaubere. Zugleich verwies er auf die Expansion nach Wien.
Auch Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) hob hervor, dass es gelungen sei, auf die finanziellen Herausforderungen zu reagieren und daraus neue Möglichkeiten zu entwickeln.
Premiere in Wien
Die Wiener Ausgabe, organisiert von Georg Hoanzl, startet ebenfalls am 23. Oktober, läuft jedoch bis 10. Jänner 2027. Austragungsort ist der Privatgarten der Familie Schwarzenberg beim Belvedere. Hoanzl dankte den Grazer Initiatoren für Idee und Konzept des Festivals und verwies auf deren langjährige Erfahrung. Licht und Wärme hätten für ihn seit jeher eine besondere emotionale Bedeutung.
Budget und Eintrittspreise
Das Budget von Klanglicht liegt wie bereits 2025 bei rund 700.000 Euro. Der Eigenanteil der Bühnen Graz wurde allerdings von 300.000 auf 150.000 Euro reduziert. Diese Summe soll teilweise durch den Kartenverkauf ausgeglichen werden.
Tickets kosten 19 Euro im Vorverkauf und 24 Euro an der Abendkasse. Im Eintrittspreis ist die Nutzung der Graz Linien inkludiert. Kinder bis sieben Jahre erhalten freien Eintritt.
Weitere Informationen zu Klanglicht Graz 2026 und zur Wiener Ausgabe sind auf den jeweiligen Festival-Webseiten verfügbar.
Quelle: APA
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