KLAR! Retzer Land besucht Klimaprojekte in Tschechien

Gemeindevertreter aus dem Retzer Land haben sich am 29. September in der tschechischen Region Třešťsko Klimaanpassungsprojekte angesehen.
Vertreter der KLAR! Region Retzer Land haben gemeinsam mit Klimabündnis Niederösterreich die tschechische Region Třešťsko besucht. Ziel der Exkursion am 29. September war es, Praxisbeispiele für Klimaanpassung kennenzulernen und den Austausch zwischen Österreich und Tschechien zu fördern.
Das Interreg-Projekt DeKLARed ADAPTRegions will das Konzept von Modellregionen für Klimaanpassung in der Praxis testen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausbauen.
Teichrevitalisierung und Wasserwerk-Modernisierung
In der 500-Einwohner-Gemeinde Cejle stand die Neugestaltung eines Parks mit der Revitalisierung eines Teichs im Zentrum. Das „Grüne Band der Tschechischen Republik“ ging an die Gemeinde, die damit für ihren Umgang mit Grünflächen, die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts und den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft geehrt wurde.
In Dolní Cerekev ließen sich die Teilnehmer über die Modernisierung des Wasserwerks informieren, die eine langfristig gesicherte Trinkwasserversorgung gewährleisten soll. Zum Schutz vor Winderosion und zur ökologischen Aufwertung der Landschaft setzt die Gemeinde zudem auf Obstgärten und Aufforstungen.
Naturbadeteich und Grünflächen statt Asphalt
Ein Höhepunkt war der Besuch des Naturbadeteichs Malvíny in Třešť. Die chlorfreie Badeanlage wird über natürliche Pflanzenfilter gereinigt und vereint Klimaanpassung mit Erholung und Lebensqualität. In der Stadt wurde zudem ein hochwassergefährdetes, versiegeltes Areal in eine Grünfläche mit Spielbereich und Kräutergarten verwandelt, die sich inzwischen zum Treffpunkt der Bevölkerung entwickelt hat.
Neben den konkreten Anpassungsmaßnahmen blieb auch Raum, über die Rolle der Feuerwehr zu diskutieren. Bei Extremwetterereignissen wie Hochwasser, Waldbränden oder Stürmen sind die Einsatzkräfte unverzichtbare Partner der Gemeinden.
KLAR! Manager Gregor Danzinger zeigte sich beeindruckt: „Es ist inspirierend zu sehen, was möglich ist, wenn man eine klare Vision verfolgt und diese auch trotz Herausforderungen und Widerständen konsequent umsetzt.“
Gemeinsame Herausforderungen auf beiden Seiten der Grenze
Beim Besuch zeigte sich, dass die Regionen viel gemeinsam haben. Beide haben große Probleme mit langer Trockenheit und wenig Regen. Strategien auf beiden Seiten der Grenze sind, Wasser verstärkt in der Landschaft zu halten, die Biodiversität zu fördern und die Resilienz der Ökosysteme nachhaltig zu stärken.
Neben dem Austausch über bestehende Probleme standen auch konkrete Lösungsansätze, Best-Practice-Beispiele sowie die Vernetzung der Akteure im Fokus der Exkursion.
Quelle: https://oberoesterreich.klimabuendnis.at/deklared-exkursion-vysocina-2
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