Kleßheim erhält Kleinwasserkraftwerk für 80 Haushalte

Mona HopfingerMona Hopfinger
Spatenstich in Tirol: Sieben Personen mit Helmen halten Spaten vor einer Baustelle
© nussdorf.at

An der Landwirtschaftlichen Fachschule Kleßheim fand der Spatenstich für ein eigenes Kleinwasserkraftwerk statt. Die Anlage am Käferheimer Mühlbach soll ab Frühjahr 2027 Strom für rund 80 Haushalte produzieren.

An der LFS Kleßheim wurde mit dem offiziellen Spatenstich der Startschuss für den Bau eines Kleinwasserkraftwerks gesetzt. Die Anlage entsteht im Rahmen der Sanierung des Landesgutes am Käferheimer Mühlbach, der durch das Schulgelände fließt. Das Land Salzburg investiert rund 1,2 Millionen Euro in das Vorhaben.

Der Bau begann bereits im September 2026 mit der Bachabkehr. Ab Frühjahr 2027 soll die Energielieferung starten. Der produzierte Strom wird hauptsächlich direkt an der Schule genutzt.

Praktische Ausbildung und Energiewende

Landesrat Maximilian Aigner betonte beim Spatenstich den doppelten Nutzen des Projekts: „Viele Landwirte haben selbst die Möglichkeit, Gewässer für die Errichtung von Kleinwasserkraftanlagen zu nutzen, oder tun dies bereits. Nun schaffen wir auch an der LFS Kleßheim die Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern ganz praktisch zu zeigen, wie solche Anlagen umgesetzt werden können.“

Gleichzeitig sei es ein Zeichen, dass die Energiewende nicht nur von anderen eingefordert, sondern im eigenen Wirkungsbereich Schritt für Schritt umgesetzt werde, so Aigner.

270.000 Kilowattstunden jährlich

Das Kraftwerk erreicht bei einer Durchflussmenge von drei Kubikmetern Wasser pro Sekunde eine Leistung von 35 Kilowatt. Dank der ganzjährig konstanten Wassermenge können etwa 270.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Eine 200-Kilowatt-Batterie soll den Eigenverbrauch zusätzlich optimieren.

Die Anlage wird mit einer Kaplanturbine betrieben. Der Fischaufstieg wurde ökologisch nachhaltig gestaltet. LFS-Direktorin Walburga Kaiser sieht darin ein anschauliches Beispiel für das Bestreben, langfristig Kosten zu sparen und unabhängiger zu werden.

Drei Abteilungen arbeiten zusammen

Das Kleinwasserkraftwerk wird als Gemeinschaftsprojekt der Abteilungen 4 (Lebensgrundlagen und Energie), 6 (Infrastruktur und Verkehr) sowie 7 (Wasser) des Landes umgesetzt. Christoph Faistauer, Landesschulinspektor für die Landwirtschaftsschulen, zeigte sich stolz, die Kompetenzen von drei Abteilungen zusammenzubringen und den Schülerinnen und Schülern eine einzigartige Anlage präsentieren zu können.

Historische Tradition wird fortgeführt

Der Käferheimer Mühlbach ist eine Ausleitung der Saalach und fließt ab dem Käferheimer Wehr etwa acht Kilometer durch die Gemeinde Wals-Siezenheim, bevor er unterhalb der LFS Kleßheim wieder in die Saalach mündet. Im Franziszeischen Kataster, dem ersten vollständigen Liegenschaftskataster Österreichs, ist bereits eine Mühle im Bereich des Landesgutes Kleßheim verzeichnet. Mit dem neuen Kraftwerk wird diese historische Tradition wieder aufgenommen.

Quelle: https://www.nussdorf.at/LFS_Klessheim_bekommt_eigenes_Kleinwasserkraftwerk

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