Klimafitte Wälder: Experten zeigen Wege am Jauerling

Etwa 40 Waldbewirtschafter und Fachleute trafen sich am Jauerling, um über die Zukunft der Wälder in Zeiten von Trockenheit und Klimawandel zu sprechen. Naturverjüngung und Artenvielfalt standen im Zentrum der Exkursion.
Wie gehen Wälder mit Trockenheit, Starkregen, Borkenkäferbefall sowie Eis- und Schneebruch um? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmer des Waldgesprächs „Wald der Zukunft in Zeiten der Dürre“. Der Naturpark Jauerling-Wachau und die KLAR!-Region Wachau-Dunkelsteinerwald-Jauerling hatten zur Exkursion von der Talstation des Skilifts bis zur Naturwerkstatt geladen.
Naturverjüngung spart Kosten und passt sich an
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der natürlichen Waldverjüngung. Bäume, die aus vorhandenen Samen von selbst wachsen, ermöglichen eine standortangepasste nächste Generation – kostenlos durch die Natur. Nötig sind dafür passende Rahmenbedingungen, damit junge Bäume überhaupt aufkommen können.
Ebenso entscheidend ist der schonende Umgang mit dem Waldboden. Gesunde, wenig verdichtete Böden speichern Wasser besser und machen Wälder widerstandsfähiger gegen Trockenperioden und Starkregenereignisse.
Vielfalt und Struktur erhöhen Widerstandskraft
Bernhard Funcke, Maren Röttger und Marcus Estl von den Österreichischen Bundesforsten zeigten vor Ort, wie zukunftsfähige Waldbewirtschaftung funktioniert. Katharina Bancalari moderierte die Exkursion. Im Fokus stand die Förderung strukturreicher und vielfältiger Bestände: Unterschiedliche Baumarten, Altersklassen und mehrschichtige Strukturen verteilen Risiken und erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen Kalamitäten und extreme Wetterereignisse. Die ausgeprägte Trockenheit heuer verdeutlicht, wie dringlich die Anpassung an veränderte Klimabedingungen ist.
Bezirksförster Martin Widhalm informierte über Fördermöglichkeiten, etwa für den Erhalt von Einzelbäumen wie Veteranen-, Horst-, Bruthöhlen- und Totholzbäume sowie für Pflegeeingriffe und Aufforstungen.
Austausch für klimafitte Wälder
„Unsere Wälder prägen die Landschaft und die Artenvielfalt im Naturpark Jauerling-Wachau. Umso wichtiger ist es, sie zukunftsfit zu gestalten“, betont Mathilde Stallegger, Geschäftsführerin des Naturparks. Naturverjüngung, Struktur- und Artenvielfalt sowie sorgsamer Umgang mit dem Boden seien wesentlich, damit Wälder auch für kommende Generationen erhalten bleiben.
Michael Tanzer, KLAR!-Manager der Region, unterstreicht: „Die Trockenheit in diesem Jahr zeigt deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels längst in unseren Wäldern angekommen sind.“ Der Austausch zwischen Waldbewirtschaftern und Fachleuten sei besonders wertvoll, um gezielte Maßnahmen auch im Kleinwald umzusetzen.
Zum Abschluss luden die Veranstalter zu einer regionalen Jause ein. Bei Sonnenschein vor der Naturwerkstatt konnten die Teilnehmer die Gespräche in gemütlicher Atmosphäre fortsetzen. Die Jause stellte der Naturpark-Produzentenbetrieb Heuriger Riegler aus Emmersdorf bereit.
Quelle: https://www.raxendorf.at/Waldgespraech_am_Jauerling_mit_40_Teilnehmer_innen
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