Klimaticket-Besitzer erhalten 85 Euro Strafe bei P+R

Mathias FischerMathias Fischer
©APA/EVA MANHART (Symbolbild)

Trotz gültigem Klimaticket drohen Pendlern in Niederösterreich hohe Strafen bei der Nutzung von Park-and-Ride-Anlagen. Grund sind komplizierte Registrierungsprozesse und fehlende Hinweise vor Ort.

Die Nutzung von Park-and-Ride-Anlagen in Niederösterreich sorgt bei Pendlern für Ärger. Obwohl die Anlagen mit gültigem Öffi-Ticket kostenlos genutzt werden können, müssen Nutzer ihr Kennzeichen mit dem Klimaticket verknüpfen. Wer diese Registrierung übersieht, riskiert eine Forderung von 85 Euro durch den Betreiber APCOA.

Leopold Wagner, stellvertretender Vorsitzender der Pendlerinitiative Österreich, und Fritz Pöltl, Fraktionsvorsitzender der FCG-ÖAAB-Fraktion in der Arbeiterkammer Wien und Pendlersprecher für Wien, kritisieren die unübersichtliche Gestaltung des Systems.

Bei der Ausfahrt zeigt ein grünes Licht die erfolgreiche Erkennung des registrierten Kennzeichens an. Leuchtet es rot, wissen viele Nutzer nicht, was zu tun ist. Der Hinweis auf die notwendige Registrierung ist schlecht lesbar angebracht, eine Information direkt am Terminal fehlt. „Es ist in Zeiten der Digitalisierung und Verwaltungsvereinfachung kaum nachvollziehbar, dass solche Prozesse nicht automatisiert funktionieren“, sagt Wagner.

Keine Information bei Ticketkauf

Weder vor Ort noch bei der Zustellung des Klimatickets werden Kunden darauf hingewiesen, dass eine zusätzliche Registrierung notwendig sein könne. Nach einiger Zeit erhalten Betroffene dann eine Forderung von 85 Euro. Selbst bei bereits erfolgter Registrierung können neuerliche Halterabfragen und zusätzliche Bearbeitungsgebühren anfallen.

Pöltl sieht dringenden Handlungsbedarf: „Die hohen Treibstoffpreise belasten Pendler:innen ohnehin massiv. Wenn Menschen deshalb auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, darf ihnen die Nutzung von Park-and-Ride nicht durch komplizierte Registrierungsvorgänge erschwert werden.“

Forderung nach automatisiertem System

Die Pendlerinitiative fordert eine einfache, transparente und digital unterstützte Lösung. Kennzeichen und Klimaticket sollten unter Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben automatisiert abgeglichen werden können. „Digitalisierung sollte Verwaltungswege vereinfachen und nicht neue Hürden schaffen“, betont Wagner. „Wer ein gültiges Klimaticket besitzt, sollte nicht wegen eines schlecht lesbaren Hinweises plötzlich mit einer Rechnung über 85 Euro konfrontiert werden.“

Quelle: OTS

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