Klinikum Kirchdorf schult 20 Mitarbeiterinnen für Demenzbetreuung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Gehirn mit Puzzle-Teil in Hand, Kompass und Pflanze in Klinikflur
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf hat zwanzig Mitarbeiterinnen zu MAS-Aktivtrainerinnen ausgebildet. Sie sollen Menschen mit Demenz während des Krankenhausaufenthalts gezielter betreuen und ihnen mehr Sicherheit vermitteln.

Ein Aufenthalt im Spital stellt für Demenzpatientinnen und -patienten oft eine erhebliche Belastung dar. Fremde Umgebung, unbekannte Abläufe und die Distanz zu vertrauten Personen können Ängste und Orientierungslosigkeit verstärken. Um dieser Patientengruppe besser gerecht zu werden, haben 20 Mitarbeiterinnen des Pyhrn-Eisenwurzen Klinikums Kirchdorf die Ausbildung zur MAS-Aktivtrainerin erfolgreich absolviert.

Fünf Module von März bis Juli

Die Schulung fand zwischen März und Juli 2026 direkt im Klinikum statt. In fünf Modulen erhielten die Teilnehmerinnen praxisorientiertes Wissen in den Bereichen Aktivierung, Milieugestaltung, Kommunikation, Validation und Orientierungshilfen. Das Betreuungskonzept zielt darauf ab, vorhandene Fähigkeiten zu fördern, die Selbstständigkeit zu stärken und Orientierung sowie Lebensqualität möglichst lange zu bewahren.

Laut Eva-Maria Gerdsmann, MSc, Klinikum-Bereichsleitung Kirchdorf und stellvertretende Pflegedirektorin, könne bereits eine kleine Orientierungshilfe oder ein vertrautes Gespräch einen entscheidenden Unterschied machen. „Wenn wir Ängste reduzieren und Sicherheit vermitteln können, wirkt sich das positiv auf das Wohlbefinden der Betroffenen und oft auch auf den gesamten Krankenhausaufenthalt aus“, wird sie zitiert. Die Ausbildung gebe den Mitarbeiterinnen wertvolle Werkzeuge an die Hand und zeichne das Klinikum als demenzsensibles Krankenhaus aus.

Strukturierte Abläufe und Aktivierungsangebote

Von der zusätzlichen Qualifikation profitieren in erster Linie die Patientinnen und Patienten. Strukturierte Tagesabläufe, gezielte Aktivierungsangebote und Orientierungshilfen sollen Unsicherheit abbauen und vorhandene Fähigkeiten möglichst lange erhalten. Zudem können herausfordernde Situationen wie Unruhe, Aggressionen oder Weglauftendenzen reduziert werden.

Auch Angehörige profitieren von der spezialisierten Ausbildung. Die Gewissheit, dass geschulte Mitarbeiterinnen gezielt auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz eingehen, schafft Vertrauen bei Angehörigen in einer oft schweren Lebensphase.

Für die Mitarbeiterinnen und Behandlungsteams bedeutet die erweiterte Kompetenz zusätzliche Handlungssicherheit im Umgang mit an Demenz erkrankten Patientinnen und Patienten. Sie lernen, herausfordernde Situationen besser einzuschätzen und erhalten konkrete Instrumente für den Stationsalltag. Dadurch werden Versorgungsqualität und Patientensicherheit gestärkt.

Kontinuierliche Weiterbildung geplant

Gemeinsam mit der Demenzexpertin im Haus, Marianne Kronegger, BScN, MSc ANP, wird die Ausbildung künftig durch regelmäßige Refresher und Updates begleitet. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das erworbene Wissen nachhaltig in der Praxis verankert und stetig weiterentwickelt wird.

Mit der Qualifizierung der 20 MAS-Aktivtrainerinnen setzt das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf einen Schritt in Richtung einer modernen, evidenzbasierten und personenzentrierten Demenzversorgung.

Quelle: https://www.ooeg.at/service/presse/presseaussendungen/detail/mas-aktivtrainerinnen

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