Koalas in Schönbrunn fressen jetzt steirischen Eukalyptus

Der Tiergarten Schönbrunn testet eine regionale Alternative für die Fütterung seiner Koalas. Seit dem Frühjahr liefert die Firma Frutura Eukalyptus aus der Steiermark, um Importe aus Belgien und Großbritannien langfristig zu ersetzen.
Die beiden Koalas im Tiergarten Schönbrunn bekommen derzeit auch Eukalyptus aus der Steiermark. Wie der Zoo am Freitag mitteilte, läuft seit dem Frühjahr ein Testbetrieb mit der Firma Frutura, die Eukalyptuspflanzen in Stainz und Bad Blumau züchtet. Ziel ist es, die Versorgung der Tiere regionaler und ressourcenschonender zu machen. Bislang wird ein Teil des Futters aus Belgien und Großbritannien importiert.
In Stainz bei Straden wachsen die Pflanzen in Töpfen in Gewächshäusern, in Bad Blumau werden sie in Folientunneln direkt im Mutterboden angebaut. Langfristig soll die regionale Produktion die Importe ersetzen. „Wir setzen bei all unseren Futtermitteln auf Nachhaltigkeit und Regionalität, vom Fleisch für unsere Raubkatzen über den Bambus für unsere Pandas aus dem Burgenland bis hin zum Eukalyptus für unsere Koalas“, erklärte Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
Eukalyptus auch aus Simmering
Ein Teil des Eukalyptus kommt bereits jetzt aus Simmering. Das soll laut Hering-Hagenbeck auch künftig so bleiben. Mit zusätzlichem steirischen Eukalyptus könne man einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gehen, so der Zoodirektor. Die Zusammenarbeit zwischen Frutura und dem Tiergarten befindet sich derzeit noch in der Testphase.
Die erste Testlieferung des steirischen Eukalyptus kam bei den Koalas gut an. Jedes der beiden Tiere frisst täglich etwa 300 bis 500 Gramm Eukalyptus, wobei nicht jeder Trieb ihren Geschmack trifft. „Koalas sind richtige Eukalyptus-Kenner. Vor allem junge Triebe werden gefressen, da diese weniger ätherische Öle und giftige Substanzen enthalten“, berichtete Eveline Dungl, zoologische Kuratorin im Tiergarten.
1.200 Pflanzen aus 25 Arten
Die Tiere haben auch individuelle Vorlieben. Von den über 600 bekannten Eukalyptusarten nehmen sie bei Weitem nicht alle an, so Dungl. „An unseren beiden Standorten ziehen wir derzeit mehr als 1.200 Pflanzen aus 25 verschiedenen Eukalyptusarten auf“, sagte Geschäftsführer Manfred Hohensinner.
Quelle: APA
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