Kögl GmbH eröffnet Firmenzentrale in Müllendorf

Im Businesspark Müllendorf hat die Kögl GmbH ihre neue Firmenzentrale und Burgenlands erstes Ausbildungszentrum für Höhen- und Arbeitssicherheit eröffnet. Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann würdigte den Familienbetrieb als regionalen Leitbetrieb.
Am Donnerstagnachmittag wurde im Businesspark Müllendorf die neue Zentrale der Kögl GmbH feierlich eröffnet. Gleichzeitig nahm das Unternehmen Burgenlands erstes Ausbildungszentrum für Höhen- und Arbeitssicherheit in Betrieb. Zu den Gästen zählte Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ), der die Leistung des Familienbetriebs hervorhob.
„Wer heute durch den Businesspark Müllendorf fährt und vor dieser modernen Firmenzentrale steht, der sieht nicht nur ein gelungenes Bauprojekt. Er sieht die Verwirklichung einer unternehmerischen Vision, die vor 35 Jahren ihren Anfang nahm“, sagte Schneemann. Die Eröffnung sei eine burgenländische Erfolgsgeschichte, die zeige, wie aus einer Idee, Mut und handwerklicher Präzision ein echter regionaler Leitbetrieb entstehe.
Trainingsinfrastruktur für anspruchsvolle Arbeitsumgebungen
Mit der hochmodernen Trainingsinfrastruktur schaffe das Unternehmen eine maßgeschneiderte Bildungsstätte für Fachkräfte, die sich täglich in anspruchsvolle und oft gefährliche Arbeitsumgebungen begeben. „Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hier eine Arbeit, deren Wert sich nicht nur in Betriebszahlen messen lässt – sondern daran, dass Menschen nach schweren körperlichen Einsätzen wieder gesund nach Hause zurückkehren“, betonte der Wirtschaftslandesrat.
Die Entwicklung der Firma Kögl spiegle den Weg wider, den das gesamte Burgenland in den letzten Jahren gegangen sei. „Der Blick auf unser Land hat sich fundamental gewandelt. Wir verwalten nicht mehr den Status einer Aufholregion, sondern wir gestalten aktiv einen modernen Wirtschaftsraum“, so Schneemann.
Burgenland mit Spitzenwerten bei Insolvenzen
Das zeigten die Wirtschaftsdaten: Neben überdurchschnittlichem Wachstum und Platz drei im Bundesländerranking 2025 sei die Gründungsdynamik ungebrochen. Mit einem Plus von neun Prozent bei Unternehmensneugründungen gegenüber dem ebenfalls starken Vorjahr setze sich der positive Kurs fort.
Die Zahlen von Creditreform für die ersten drei Quartale 2026 zeigen laut Schneemann: Während bundesweit das Minus bei den Unternehmensinsolvenzen lediglich bei 0,8 Prozent liege und andere Bundesländer drastische Anstiege erleben – wie Vorarlberg mit fast 49 Prozent, Kärnten mit 14 Prozent oder die Steiermark mit über 13 Prozent – verzeichne das Burgenland einen Rückgang von 12,7 Prozent. Damit zähle man österreichweit zu den absoluten Spitzenreitern bei der Insolvenzentwicklung.
„Unsere Betriebe erweisen sich als bemerkenswert krisenfest. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis unternehmerischer Umsicht gepaart mit einer verlässlichen, aktiven Wirtschafts- und Standortpolitik, die in schwierigen Zeiten Stabilität gibt und Arbeitsplätze absichert“, unterstrich Schneemann.
Millionen-Investitionen durch Landesförderungen
Die Wirtschaft brauche von der Politik keine Sonntagsreden, sondern Planungssicherheit, Geschwindigkeitsvorteile und Entlastung. Es gehe darum, Verfahren zu beschleunigen, Energie als Wettbewerbsfaktor zu berücksichtigen und Fördermittel gezielt einzusetzen.
2025 habe man mit 18,7 Millionen Euro an Landesförderungen ein privates Investitionsvolumen von 118,3 Millionen Euro ausgelöst und über 4.300 Arbeitsplätze abgesichert. Im ersten Halbjahr 2026 stünden bereits wieder über 45 Millionen Euro ausgelöstes Investitionsvolumen durch knapp vier Millionen Euro Landesmittel zu Buche, so Schneemann.
Der Standort Müllendorf sei das beste Beispiel für die Neuausrichtung der burgenländischen Ansiedlungsstrategie. Über die interkommunalen Businessparks bündelten die Wirtschaftsagentur Burgenland und die Gemeinden ihre Kräfte: Infrastruktur auf Top-Niveau und ein fairer Einnahmenausgleich bringen Wertschöpfung für die Region, gleichzeitig werde Zersiedelung und übermäßiger Bodenverbrauch verhindert.
Vom Technischen Büro zum Sicherheitszentrum
Die Ursprünge des Eisenstädter Familienunternehmens reichen bis ins Jahr 1991 zurück. Die Kögl GmbH wurde damals als Technisches Büro gegründet. Zum Aufgabenbereich gehörte die gesetzeskonforme Überprüfung von Arbeitsmitteln, Anlagen und Betriebsstätten. Ab 1996 bot man sicherheitstechnische Dienstleistungen an.
2004 eröffnete Kögl ein Trainingscenter für Höhenarbeit. Im Jahr darauf wurde die KÖGL Akademie als Ausbildungsstätte für Arbeitssicherheit ins Leben gerufen, das Unternehmen wurde zu einem Zentrum für Sicherheitstechnik. In den folgenden Jahren wurde das Angebot an Schulungen und Trainings ständig erweitert, einhergehend mit international anerkannten Zertifizierungen.
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