Koffein lässt Ameisen länger leben

Ameisen nutzen Substanzen aus der Natur zur Krankheitsbekämpfung. Forscher der Universität Graz haben untersucht, welche Wirkung Koffein auf die Insekten hat, so der ORF.
Die Natur dient Ameisen als Apotheke, in der sie gezielt Substanzen zur Bekämpfung von Erkrankungen aufnehmen. Das erklärt Danae Nyckees, Doktorandin am Institut für Biologie. Gemeinsam mit Dalial Freitak, Leiterin der Arbeitsgruppe Insektengesundheit und -biologie, sowie Christoph Hahn von der Uni Graz und Heikki Helanterä von der Universität Oulu in Finnland hat sie erforscht, ob Koffein zu diesen Substanzen zählt und welche Auswirkungen es auf die Tiere hat.
Koffein aus Zitrusgewächsen
Während Menschen Koffein über Kaffee konsumieren, finden Ameisen den Stoff in bestimmten Pflanzen. Im Mittelmeerraum etwa in Zitrusgewächsen, erläutert Freitak. Für die Untersuchung wurde den Insekten die Substanz im Labor verabreicht. Die Forscher beobachteten das Verhalten einer auch in Österreich häufig vorkommenden Waldameisenart (Formica fusca), die in freier Wildbahn oft von einem Pilzerreger (Beauveria bassiana) befallen wird.
Erkrankte Tiere bevorzugen koffeinhaltige Nahrung
In der ersten Versuchsreihe stellte das Team den Ameisen Futter mit und ohne Koffein zur Verfügung. Erkrankte Tiere nahmen bevorzugt jene Nahrung auf, die eine für natürliche Verhältnisse typische Konzentration von 100 Milligramm pro Kilogramm enthielt. Das entspricht etwa einem Zehntel der Koffeinmenge in einer Tasse Kaffee.
Die Ameisen blieben dadurch länger aktiv und der Tod trat verzögert ein, berichtet Nyckees. Zudem habe das Koffein das Wachstum des Pilzes verlangsamt.
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