Kofler kritisiert NS-Vergleich nach Zapfenstreich in Bozen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Südtirol: Männer in Tracht mit Gewehren stehen vor Bergkulisse und Fahne.
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Die freiheitliche Südtirol-Sprecherin Gudrun Kofler weist Kritik an einem österreichischen Zapfenstreich in Bozen scharf zurück. Urzìs Vergleich mit nationalsozialistischer Symbolik sei eine Entgleisung und verdreht historische Zusammenhänge.

Die Südtirol-Sprecherin des freiheitlichen Landtagsklubs Tirol, Gudrun Kofler, hat sich empört über Aussagen geäußert, die den Großen Österreichischen Zapfenstreich auf dem Bozner Waltherplatz mit nationalsozialistischer Symbolik in Verbindung bringen. Wer das Hissen der österreichischen Fahne und die feierliche Zeremonie mit der NS-Anschlussidee verknüpfe, stelle grundlegende historische Fakten auf den Kopf, so Kofler.

Am Vorabend des österreichischen Nationalfeiertags hatten rund 1.000 Schützen an der würdigen Feier teilgenommen. Die Veranstaltung sei Ausdruck einer über Jahrhunderte gewachsenen Verbundenheit gewesen, betont die Abgeordnete. Ein NS-Vergleich zeuge von erschreckender Geschichtsvergessenheit.

Historische Verbundenheit keine Provokation

Kofler erinnert daran, dass Südtirol nach dem Ersten Weltkrieg gegen den Willen der Bevölkerung von Österreich abgetrennt wurde. Die Grenze sei damals verschoben worden, doch die Herkunft der Menschen könne man nicht auslöschen. Die Verbundenheit mit Österreich sei keine nachträglich erfundene politische Provokation, sondern Teil der Geschichte und des Selbstverständnisses.

„Urzì sollte diese historischen Tatsachen zur Kenntnis nehmen, bevor er anderen nationalistische Geschichtsverklärung vorwirft“, erklärt Kofler. Er selbst betreibe Geschichtsverklärung, wenn er so tue, als wäre Südtirol schon immer italienisches Territorium gewesen.

NS-Regime erkannte Brennergrenze an

Besonders absurd sei der Verweis auf den Nationalsozialismus, so die Abgeordnete. Das NS-Regime habe die Brennergrenze anerkannt und mit dem faschistischen Italien 1939 die Option vereinbart. Diese stellte die Südtiroler vor die verhängnisvolle Entscheidung zwischen Auswanderung und Verbleib. Das friedliche Bekenntnis zu Österreich heute ausgerechnet mit diesem Regime in Verbindung zu bringen, stelle die Geschichte auf den Kopf.

Behördliche Einwände aufklärungsbedürftig

Auch die behördlichen Einwände gegen das Hissen der österreichischen Fahne und die traditionellen Ehrensalven seien aufklärungsbedürftig. Wenn eine österreichische Fahne auf dem Waltherplatz zum Behördenproblem werde, brauche es klare Antworten, fordert Kofler. Sie unterstütze die angekündigte parlamentarische Anfrage des freiheitlichen Südtirol-Sprechers im Nationalrat, Christofer Ranzmaier. Österreich müsse seine Schutzfunktion mit Nachdruck wahrnehmen.

Für die gebürtige Südtirolerin steht fest: Wer Respekt vor internationalen Vereinbarungen einfordere, sollte auch anerkennen, dass Österreich Vertragspartner des Pariser Vertrags ist. Die Südtirol-Frage lasse sich ebenso wenig auf eine rein inneritalienische Angelegenheit reduzieren, wie sich die österreichische Identität mit NS-Vergleichen delegitimieren lasse.

Zum Abschluss dankt Kofler dem Südtiroler Schützenbund und allen Mitwirkenden. Die Schützen bewahrten Tradition, vermittelten Geschichte und hielten die Verbindung zwischen den Tiroler Landesteilen lebendig. Dafür verdienten sie Dank und Anerkennung.

Quelle: https://www.fpoe-tirol.at/news-detail/kofler-suedtirols-verbundenheit-mit-oesterreich-ist-keine-provokation-sondern-historische-tatsache

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