Kontrolleinrichtungen tagten in Bregenz zu „Kontrolle 2030“

Am 21. und 22. Oktober 2026 trafen sich österreichische Kontrolleinrichtungen in Bregenz zur 142. Tagung des Fachausschusses für Kontrollamtsangelegenheiten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Prüfarbeit künftig wirksam gestaltet werden kann.
Die 142. Tagung des Fachausschusses für Kontrollamtsangelegenheiten des Österreichischen Städtebundes widmete sich dem Thema „Kontrolle 2030 – wirksam prüfen in einer neuen Welt“. Unter dem Vorsitz von Werner Sedlak, Direktor des Wiener Stadtrechnungshofes, kamen die Teilnehmenden in der Vorarlberger Landeshauptstadt zusammen.
Bürgermeister Michael Ritsch begrüßte die Anwesenden und betonte die Bedeutung unabhängiger Kontrolle: „Gerade in Zeiten notwendiger Budgetkonsolidierung kommt der unabhängigen Kontrolle eine besonders wichtige Rolle zu. Wenn die finanziellen Spielräume enger werden, müssen wir umso genauer darauf achten, dass öffentliche Mittel wirtschaftlich, sparsam und zweckmäßig eingesetzt werden“, erklärte er.
Parteienförderung und Bauprüfung im Fokus
Den inhaltlichen Auftakt gestalteten Tina Eder und Dieter Reumiller vom Landesrechnungshof Vorarlberg. Sie präsentierten ihre Erfahrungen mit der Prüfung von Parteienförderungen.
Astrid Goldbach, Prüferin im Tiroler Landesrechnungshof, wagte in ihrem Referat „Die Bauprüfung neu gedacht aus der Sicht des Landesrechnungshofes Tirol“ einen Ausblick in die Zukunft.
Den ersten Tag beschloss Christina Rechberger mit ihrem Vortrag „Wirkung stärken – Innovationsfelder am Rechnungshof“. Sie beleuchtete das Generalthema aus Sicht des Rechnungshofes Österreich.
Qualitätssicherung und verständliche Prüfberichte
Der zweite Tag wurde von Hannes Liposchek, Stadtrechnungshofdirektor von Villach und stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses, eingeleitet. Die Mitglieder verabschiedeten Direktor Liposchek feierlich in den Ruhestand.
Leopold Mayr, Schreib- und Medientrainer sowie ehemaliger Leiter der Berichtsredaktion des Rechnungshofes, erläuterte, welche Voraussetzungen nötig sind, um komplexe Inhalte verständlich und detailliert zu formulieren. Sein Vortrag trug den Titel „Einfacher Schreiben – u. a. von Prüfberichten“.
Thomas Prorok, seit Mai heuer Geschäftsführer des Zentrums für Verwaltungsforschung (KDZ), widmete sich online zugeschaltet dem Common Assessment Framework (CAF). Dieser Europäische Leitfaden für Good Governance und exzellente Organisationen des öffentlichen Sektors ziele auf die Weiterentwicklung der öffentlichen Verwaltung ab, so der Experte.
Vorsitzender Sedlak resümierte: „Die Tagung hat gezeigt, dass sich die Kontrolleinrichtungen auf bevorstehende Entwicklungen bereits vorbereiten, um die Qualität der Kontrolle in ihrer Gesamtheit weiterzuentwickeln und zu stärken.“ Der Wiener Stadtrechnungshof habe sich bereits mehrfach einer CAF-Selbstbewertung unterzogen, um sich laufend zu verbessern und für die Zukunft gerüstet zu sein, ergänzte der Direktor.
Festspielhaus Bregenz als Abschluss
Die von Saskia Sutter, Leiterin des Kontrollamtes Bregenz, und ihrem Team organisierte Tagung endete mit einer Führung durch das Festspielhaus Bregenz. Das multifunktionale Kongresszentrum wurde heuer mit dem Österreichischen Innovationspreis Tourismus 2026 ausgezeichnet.
Neben Informationen zum Festspielhaus, das durch seine Architektur und die Lage direkt am Bodensee überzeugt, wurden das Bühnenbild der aktuellen Bregenzer Festspiele erläutert und Einblicke hinter die Kulissen des Hauses sowie der Seebühne geboten.
Quelle: OTS
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