Kosky schweigt zur Salzburger Intendantenfrage

Regisseur Barrie Kosky, als Topfavorit für die Leitung der Salzburger Festspiele gehandelt, hüllt sich in Schweigen. Ob er sich beworben hat, will der 59-Jährige nicht verraten. Zur künftigen Ausrichtung des Festivals äußert er sich hingegen durchaus.
Die Spekulationen um die Nachfolge an der Spitze der Salzburger Festspiele nehmen zu – doch Barrie Kosky gibt sich wortkarg. Der als Topkandidat gehandelte Regisseur verweigert jede Auskunft darüber, ob er Interesse an der Position hat oder sich gar beworben hat. „Da schweige ich wie eine Karmeliterin im Kloster, da werde ich zur jüdischen Nonne. Meine Lippen sind versiegelt“, sagte der 59-Jährige im Gespräch mit „News“.
Klare Vorstellungen zur Festspiel-Zukunft
Ganz so verschlossen zeigt sich der ehemalige Intendant der Komischen Oper Berlin allerdings nicht, wenn es um die Herausforderungen einer künftigen Festspielleitung geht. Wer auch immer die Nachfolge antrete, müsse sich fragen, was die Festspiele benötigen, so Kosky. Dies funktioniere nur in enger Zusammenarbeit mit der Politik, basierend auf Respekt, Vertrauen und Transparenz.
Aus seiner Berliner Zeit könne er berichten, dass es stets einen Weg gebe, mit unterschiedlichen politischen Akteuren zu kommunizieren. Ziel müsse es sein, „die beste Kulturlandschaft aufzubauen, die man sich vorstellen kann“.
Rückblick auf Hinterhäuser-Causa beendet
Die Auseinandersetzungen zwischen dem Festspiel-Kuratorium und dem entlassenen Intendanten Markus Hinterhäuser sieht Kosky als abgeschlossen an. Was in Salzburg geschehen sei, sei problematisch gewesen, aber nun vorbei. Der Blick müsse nach vorne gerichtet werden.
Neue Zeiten stellten neue Anforderungen, zudem stehe ein großer Umbau bevor. Die künftige Leitung müsse daher neue Gebäude finden und neue Ideen entwickeln, betonte der gebürtige Australier.
Kosky verteidigt Currentzis
Sollte Kosky tatsächlich die Festspielleitung übernehmen, könnte der umstrittene Dirigent Teodor Currentzis weiterhin in Salzburg engagiert werden. Currentzis steht wegen seines Schweigens zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine in der Kritik. Kosky stellte sich hinter ihn: „Ich bin dagegen, in dieser gefährlichen Zeit einen Künstler zu zwingen, sich politisch zu äußern. Teodor hat das Recht, seine Lippen zu versiegeln.“
21 Bewerbungen für Intendanz
Nach dem vorzeitigen Ende der Ära Hinterhäuser läuft die Suche nach einer Nachfolge. Interimistisch führt Karin Bergmann das Festival bis Herbst 2027. Insgesamt haben sich vier Frauen und 17 Männer fristgerecht beworben.
Die von Christian Kircher geleitete Findungskommission will die Hearings mit den aussichtsreichsten Kandidaten nach den heurigen Festspielen durchführen. Stardirigent Franz Welser-Möst, Mitglied der Kommission, kündigte in den „Salzburger Nachrichten“ mögliche Überraschungen an: „Wir suchen nicht Namen, sondern Ideen und Visionen.“ Nach den Hearings berichtet die Kommission dem Kuratorium, das über die Besetzung entscheidet.
Quelle: APA
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