KPÖ kritisiert Parkplatz-Pläne am Rot-Kreuz-Areal

Die KPÖ fordert ein breiteres Nutzungskonzept für den ehemaligen Rot-Kreuz-Parkplatz in Salzburg. Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl hält eine reine Parkplatznutzung für Altstadtbewohner bei Kosten von 600.000 Euro für wirtschaftlich nicht vertretbar.
Salzburg. Die KPÖ fordert ein neues Nutzungskonzept für den künftigen Rot-Kreuz-Parkplatz. Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl sieht in der Umgestaltung der Fläche einen wichtigen Schritt, damit der Obus auf der Strecke zwischen Hanuschplatz und Müllner Hügel künftig weniger im Stau steht. Für Tagesgäste, die mit dem Auto anreisen, stünden am Rand der Altstadt ausreichend Parkgaragen zur Verfügung. Angesichts der vorgesehenen Ablöse von 600.000 Euro an das Rote Kreuz müsse bei der weiteren Nutzung der Fläche das öffentliche Interesse stärker berücksichtigt werden, so Dankl.
Zweifel an der Wirtschaftlichkeit
Nach Ansicht der KPÖ wäre eine ausschließliche Nutzung als Parkplatz für Altstadtbewohner wirtschaftlich nicht vertretbar. Als Vergleich wird der Parkplatz in der Basteigasse angeführt, wo die Jahresgebühr 90 Euro beträgt. Bei 60 Stellplätzen am Rot-Kreuz-Parkplatz ergäben sich Einnahmen von lediglich 5.400 Euro pro Jahr. Das entspreche nur 0,9 Prozent der anfallenden Kosten. Die verbleibenden 594.600 Euro jährlich müsste die Stadt tragen, was einer Förderung von rund 10.000 Euro pro Stellplatz gleichkäme. „Das wären Salzburgs teuerste Parkplätze“, erklärt Dankl. Auch wenn sich die Kosten nie vollständig decken ließen, brauche es eine breitere Betrachtung der Nutzungsmöglichkeiten.
Gemischte Nutzung vorgeschlagen
Die KPÖ plädiert daher für ein Konzept, das neben Parkplätzen auch weitere öffentliche Bedürfnisse berücksichtigt. Dankl verweist etwa auf eine Bewohnerin am Ursulinenplatz, die ihr Fahrrad regelmäßig in den dritten Stock tragen müsse. Ihr Wunsch sei eine Radbox, in der Fahrräder sicher und wettergeschützt abgestellt werden können. Zwar gebe es in Salzburg mittlerweile 531 Radboxen, in der nördlichen Innenstadt fehle jedoch aufgrund des Platzmangels ein entsprechendes Angebot. Eine Radbox für bis zu zwei Fahrräder koste jährlich 93 Euro und benötige deutlich weniger Fläche als ein Pkw-Stellplatz. Ein Radparkangebot am Rot-Kreuz-Parkplatz sei zudem bereits im Arbeitsübereinkommen der Stadtregierung vorgesehen.
Auch für Fahrradtouristen fehle derzeit eine zentrale und sichere Abstellmöglichkeit. Viele Reisende seien mit Gepäck unterwegs und würden bei einem Aufenthalt in der Stadt eine geschützte Aufbewahrung benötigen. Die Lage zwischen dem Tauernradweg entlang der Salzach und der Altstadt eigne sich laut KPÖ besonders gut für mehrere Fahrradboxen samt Duschmöglichkeiten.
Darüber hinaus suchen Altstadtverband und Stadt seit Jahren nach geeigneten Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung für Gäste. Diese könnten ihre Koffer dort unterbringen, wenn sie bereits aus dem Hotel ausgecheckt haben, aber noch Zeit in Salzburg verbringen möchten. Bisher stehen lediglich kleine Schließfächer im Imhofstöckl am Mozartplatz zur Verfügung, die für größere Gepäckstücke nicht geeignet sind. Auf der Fläche von zwei Pkw-Stellplätzen könnten bereits ausreichend große Gepäckspinde errichtet werden.
Zusätzlich schlägt die KPÖ vor, kleinere Flächen über den Altstadtverband flexibel zu vermieten. Salzburgerinnen und Salzburger könnten dort eigene Produkte, Projekte oder Ideen präsentieren und verkaufen. Als Vorbild dient das Konzept „s'Fachl“ in der Kaigasse, bei dem Verkaufsflächen für Angebote aus den Bereichen Kreativität, Design und Delikatessen angemietet werden können. Ein solcher Bereich an einem gut frequentierten Standort könnte insbesondere jungen Unternehmen und Kreativen neue Möglichkeiten bieten.
Attraktivere Verbindung in die Innenstadt
Nach Ansicht der KPÖ könnte ein derartiges Nutzungskonzept auch dazu beitragen, den Weg zwischen der S-Bahn-Station Mülln und der Innenstadt attraktiver zu gestalten. Die tourismuspolitische „Vision 2040“ der Stadt Salzburg sieht eine Aufwertung dieser Achse vor, um Besucherströme besser zu verteilen. Da Touristinnen und Touristen sowohl über die S-Bahn-Haltestelle Mülln als auch über den Müllner Steg zur Kaipromenade gelangen, könnten zusätzliche Angebote entlang dieser Route helfen, die stark frequentierte Verbindung zwischen Mirabellplatz und Staatsbrücke zu entlasten.
Quelle: https://salzburg.kpoe.at/aktuelles/rot-kreuz-parkplatz-kp-will-ffentliche-interessen-mitdenken
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