Kracher bringt weltweit einzigartigen Rosenmuskateller hervor

Das burgenländische Weingut Kracher kultiviert seit über 20 Jahren eine Rarität: Rosenmuskateller mit Botrytis. Was als Kindheitserinnerung begann, ist heute ein international gefragter Dessertwein – und nach bisherigem Wissen der einzige seiner Art weltweit.
Für Gerhard Kracher reichen die Wurzeln der heutigen Erfolgsgeschichte bis in die 1980er-Jahre zurück. Damals verfolgte sein Vater die Idee, die seltene Rebsorte Rosenmuskateller erstmals im Seewinkel anzubauen. Auslöser waren besondere Weine, die bei der Familie traditionell zu Weihnachten auf den Tisch kamen: zunächst Moscato Rosa aus Südtirol, später auch Pink Muscat vom traditionsreichen Weingut Massandra auf der Krim.
Die intensiven Aromen von Rosen, wilden Erdbeeren, Hibiskus und feinen Tanninen prägten sich Gerhard Kraacher schon in jungen Jahren ein. Obwohl er damals noch ein Kind war, erinnert er sich bis heute an diese Eindrücke, die nach seinen Angaben in jeder Flasche des Weinguts weiterleben.
Erste Pflanzung nach langer Vorbereitungszeit
Über Jahre hinweg wurde innerhalb der Familie diskutiert, ob ein Versuchsanbau möglich wäre. Die Bedingungen im Seewinkel galten als unsicher, zudem war die Rebsorte in Österreich damals nicht zugelassen. Nach einer offiziellen Genehmigung konnte 2002 schließlich eine Versuchsanpflanzung gestartet werden. Dafür wurden Rebstöcke aus Südtirol beschafft und auf einer Fläche von 0,8 Hektar gesetzt.
Die ersten Trauben wurden 2004 geerntet. Zwar fiel die Menge zunächst gering aus, doch bereits im darauffolgenden Jahr stellte sich ein unerwarteter Erfolg ein: Die Botrytis breitete sich über den gesamten Bestand aus, obwohl die dicken Beerenschalen dies eigentlich erschweren. Gemeinsam mit seinem Großvater las Gerhard Kracher die Trauben und presste sie in einer kleinen Korbpresse. Das Ergebnis waren 40 Liter Wein in Trockenbeerenauslese-Qualität, vergoren in Milchkannen.
Kreative Lösung für das Etikett
Mit dem Jahrgang 2006 schaffte es der Rosenmuskateller erstmals in die Kollektion des Weinguts. Da das österreichische Weingesetz damals weder die Angabe der Rebsorte noch die Bezeichnung Trockenbeerenauslese zuließ, musste eine alternative Lösung gefunden werden. Eine kleine Rose auf dem Etikett verwies auf die Sorte, während der Wein offiziell als „teilweise vergorener Traubenmost“ bezeichnet wurde.
Erst 2017 erhielt der Rosenmuskateller in Österreich die Anerkennung als offizielle Rebsorte.
Besonderheit mit Seltenheitswert
Mittlerweile wächst der Rosenmuskateller auf rund drei Hektar Fläche im Weingut. Der Anbau gilt weiterhin als anspruchsvoll: Starkes Wachstum erfordert intensive Pflege, während die schwierige Blüte regelmäßig zu niedrigen Erträgen führt.
Nach aktuellem Wissensstand handelt es sich beim Kracher Rosenmuskateller um den einzigen Wein dieser Rebsorte weltweit, bei dem sich Botrytis auf natürliche Weise ausbreitet. Während die Trauben in Südtirol zur Erhöhung der Süße getrocknet werden, setzt man in Massandra auf das Aufspriten des Weins, um die Gärung zu stoppen.
Den internationalen Erfolg seines Projekts erlebte Alois Kracher Jr. nicht mehr. Er verstarb im Dezember 2007. Sein Sohn Gerhard Kracher ist jedoch überzeugt, dass ihn die heutige internationale Anerkennung des Rosenmuskatellers mit großer Freude erfüllt hätte.
Drei Rosenmuskateller aktuell im Sortiment
Derzeit umfasst das Angebot des Weinguts drei Rosenmuskateller-Varianten. Die Beerenauslese „Red Roses 2022“ überzeugt mit Noten von Rosen, wilden Erdbeeren und feinen Tanninen und ist in der 0,375-Liter-Flasche für 26 Euro erhältlich. Die „TBA No. 4 Rosenmuskateller 2021“ präsentiert Aromen von Erdbeeren, Rosinen, Pfirsich, Earl Grey und Rosenblüten und kostet 78 Euro. Ergänzt wird das Sortiment durch die gereifte „TBA No. 1 Rosenmuskateller 2010“, die mit Anklängen von roten Beeren und Eukalyptus für 83 Euro angeboten wird.
Quelle: https://www.kracher.at/news/aktuelles/newsdetail/rosenmuskateller-x-kracher?email=pmcac23%40aol.com
Worüber spricht Illmitz?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – 1x pro Woche für Gemeinden.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.