Kraftwerke blockieren Flucht von Fischen vor Hitze

Mathias FischerMathias Fischer
Fischwanderung gestoppt am Kraftwerk Ybbs: Fische stauen sich vor der Staumauer, Aufstieg blockiert.
© Mit KI (Gemini) generiert

Umweltschützer schlagen Alarm: Rund 20 Huchen sitzen in der Ybbs unterhalb eines Kraftwerks fest und können nicht in kühlere Gewässerabschnitte aufsteigen. Mehrere Exemplare der gefährdeten Art sind bereits verendet.

Greenpeace hat am Donnerstag davor gewarnt, dass mangelhafte Fischaufstiege bei Kraftwerken zu einer tödlichen Gefahr werden. Barrieren durch Kraftwerksanlagen könnten sich als Falle erweisen, teilte die Umweltschutzorganisation mit.

Anlass sind Aufnahmen aus der Ybbs, die etwa 20 Huchen zeigen, die sich unterhalb eines Kraftwerks ansammeln. Die Tiere versuchen offenbar vergeblich, flussaufwärts in kühlere Bereiche zu gelangen.

„Die Bilder aus der Ybbs zeigen eine gefährliche Kombination aus Hitze und verbauten Wanderwegen. Fische müssen in kühlere und sauerstoffreichere Flussabschnitte ausweichen können“, erklärte Marie Pfeiffer, Gewässerschutz-Expertin beim WWF. Während der letzten Hitzewelle seien bereits mehrere Exemplare des stark gefährdeten Huchens in der Ybbs gestorben.

WWF fordert Überprüfung aller Anlagen

Der WWF verlangt eine rasche Kontrolle sämtlicher Kraftwerksanlagen auf ihre ökologische Durchgängigkeit. Vorhandene Fischaufstiege müssten nachweislich für den Huchen und andere heimische Fischarten funktionieren, fehlende Wanderhilfen sollten gebaut werden.

Besonders wichtig seien durchgängige Verbindungen zu kühlen Zuflüssen, tiefen Flussbereichen und strukturreichen Rückzugsräumen. Für die Ybbs brauche es neben sofortigen Maßnahmen auch ein umfassendes Sanierungsprogramm. Die Wasserrahmenrichtlinie und die EU-Renaturierungsverordnung würden dafür einen klaren Rahmen vorgeben.

Quelle: APA

Worüber spricht Amstetten morgen?

Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.