Krebshilfe ruft Männer ab 50 zur Prostata-Früherkennung

Die Oberösterreichische Krebshilfe appelliert an Männer, ab dem 50. Lebensjahr zur Prostatakrebs-Früherkennung zu gehen. Im Frühstadium verursacht die Erkrankung keine Beschwerden – deshalb ist die Untersuchung entscheidend.
Im Rahmen der Loose-Tie-Aktion im November erinnert die Österreichische Krebshilfe daran, dass Männer ab 50 Jahren – bei familiärer Vorbelastung bereits ab 45 – die Früherkennung wahrnehmen sollten. Die Untersuchung umfasst ein Anamnese-Gespräch und eine Blutabnahme für den PSA-Test.
Viele Männer schieben den Gang zur Urologin oder zum Urologen hinaus. Doch Abwarten ist keine gute Strategie: Prostatakrebs zeigt im Frühstadium meist keinerlei Symptome. Das Fehlen von Beschwerden ist daher kein Zeichen für Gesundheit.
Empfehlung folgt europäischen Leitlinien
Die Krebshilfe hat ihre Altersempfehlung an den aktuellen fachlichen Standard angepasst. Prim. Univ.-Prof. Dr. Steffen Krause, Präsident der Österreichischen Krebshilfe Oberösterreich und Leiter der Urologie am Kepler Universitätsklinikum, erklärt: „Die europäischen Leitlinien für Urologie empfehlen eine risikobasierte Früherkennung ab dem 50. Lebensjahr. Am Anfang steht ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt und die Bestimmung des PSA-Werts. Das Ergebnis bestimmt dann das weitere Vorgehen.“
Der PSA-Wert wird über eine Blutabnahme ermittelt. PSA ist ein Eiweiß, das von Prostatazellen gebildet wird – Krebszellen geben jedoch deutlich mehr davon ins Blut ab. Ab einem bestätigten Wert über 3 ng/ml sollte eine weitere Abklärung erfolgen. Die früher übliche Tastuntersuchung ist nicht mehr zwingend Teil der Früherkennung, kann aber ergänzend eingesetzt werden.
Prostatakrebs häufigste Krebserkrankung bei Männern
Laut Statistik Austria erhielten 2024 in Österreich 25.997 Männer die Diagnose Krebs, davon 4.825 in Oberösterreich. Mit 8.152 Neuerkrankungen österreichweit – rund 1.500 in Oberösterreich – war Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung beim Mann und machte 31 Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Männern aus. 1.434 Männer verstarben 2024 an den Folgen der Erkrankung. Damit ist Prostatakrebs nach Lungenkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern.
„Seit nunmehr elf Jahren macht die Österreichische Krebshilfe mit ihrer Loose-Tie-Aktion auf Krebs-Vorsorge und Prostatakrebs-Früherkennung aufmerksam und diese Arbeit zeigt Wirkung“, betont Krause. Dass mehr Männer die Untersuchung wahrnehmen, führe auch zu mehr Diagnosen – ein Erfolg der Früherkennung, denn ein früh erkannter Tumor lasse sich in der Regel besser behandeln.
Männer nehmen Gesundheitsangebote seltener wahr
Maria Sauer, Geschäftsführerin der Krebshilfe Oberösterreich, appelliert: „In unseren Beratungsstellen erleben wir täglich, was es für Betroffene und ihre Familien heißt, erst spät oder auch zu spät Erkrankungen abklären zu lassen. Männer nehmen Gesundheitsangebote seltener wahr, erkranken öfter an Krebs und sterben früher.“ Eine Früherkennung könne über Leben oder Tod entscheiden.
Die Krebshilfe Oberösterreich bietet in 15 Beratungsstellen kostenlose Unterstützung für Betroffene und Angehörige. Die Hilfe wird durch Spenden finanziert. Weitere Informationen unter www.krebshilfe-ooe.at.
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