Kristina Hammer bleibt Festspielpräsidentin

Pia ProdingerPia Prodinger
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Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Kristina Hammer, erhält eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre. Die 57-Jährige wird damit das neue Direktorium unter Peter de Caluwe in die kommende Ära begleiten.

Kristina Hammer wird die Salzburger Festspiele weitere fünf Jahre als Präsidentin führen. Die 57-jährige deutsch-schweizerische Managerin hatte die Funktion 2022 von Helga Rabl-Stadler übernommen und wird nun das künftige Direktorium unter Peter de Caluwe begleiten.

Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin agierte Hammer eher zurückhaltend. Während ihrer bisherigen Amtszeit wurden der Ausbau des Festspielbezirks vorangetrieben und die Finanzen trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten stabilisiert. Dass sie sich für eine weitere Periode bewarb, kam daher nicht überraschend.

Vom Kaufhaus zur Automobilindustrie

Kristina Hammer wurde am 17. Dezember 1968 in Karlsruhe geboren. Sie studierte in Mainz Jus und Betriebswirtschaft, legte das Zweite Staatsexamen in Wien ab und promovierte dort mit Auszeichnung. Ihre Ausbildung schloss sie beim Europäischen Gerichtshof ab und veröffentlichte ein Handbuch zum freien Warenverkehr in der EU.

Beruflich kehrte sie nach Wien zurück, wo sie für Gerngross ein Konzept für das Kaufhaus Steffl entwickelte und dieses leitete. Nach der Jahrtausendwende wechselte sie nach London in die Automobilbranche: Sie arbeitete in leitender Position für die Premier Automotive Group (Aston Martin, Jaguar, Land Rover und Volvo). Ab 2006 verantwortete sie beim Mutterkonzern Ford die Markenkommunikation der Premiummarken. Von 2007 bis 2009 war sie bei Mercedes-Benz in Stuttgart für die weltweite Marketingkommunikation zuständig.

Selbstständigkeit und Salzburg-Verbindung

Anschließend machte sie sich mit ihrem in Zürich ansässigen Unternehmen HammerSolutions in der strategischen Markenberatung selbstständig. Sie beriet Entscheidungsträger beim Markenaufbau, war Verwaltungsrätin bei Stöckli Swiss Sports, Beirätin der s.Oliver Group und MagnWall und lehrte als Gastdozentin an der Universität St. Gallen und der ETH Zürich.

Ihre kulturelle Erfahrung vor der Bestellung in Salzburg war begrenzt. Sie hatte eine Vorstandstätigkeit bei den Freunden der Oper Zürich inne und übernahm Patenschaften für Mitglieder des Internationalen Opernstudios Zürich. Ihr privates Interesse führte sie jedoch schon früh zu den Salzburger Festspielen. Sie besuchte diese bereits mit ihren Großeltern und Eltern, nahm an Proben von Herbert von Karajan teil und erlebte das Festspieldebüt der Stargeigerin Anne-Sophie Mutter.

Angespanntes Verhältnis und Mäzen gewonnen

In ihren fünf Jahren als Präsidentin konnte sie ihre kulturelle Erfahrung erweitern. Das Arbeitsverhältnis mit Intendant Markus Hinterhäuser, der nach einem Konflikt mit dem Festspielkuratorium im März 2026 ausschied, war anfangs angespannt. Später habe man einen gemeinsamen Ton gefunden. Als Erfolg gilt, dass Hammer Mäzen Hans-Peter Wild für die Errichtung des neuen Festspielzentrums gewinnen konnte, der die Kosten von zwölf Millionen Euro zur Gänze übernimmt.

Strategie "Festspiele im Wandel"

Anlässlich ihrer Vertragsverlängerung hielt Hammer am Freitag eine Rede. Sie bedankte sich bei den Mitarbeitern, der Bevölkerung und den Sponsoren und verwies darauf, dass das Sponsoringbudget um 18,8 Prozent gesteigert wurde und „insgesamt Verträge und Zusagen über 40 Millionen Euro eingeholt“ werden konnten.

Ihre Strategie für die nächsten fünf Jahre nannte sie „Festspiele im Wandel“. Drei große Themen seien wesentlich: „Relevanz in einer zerrissenen Gesellschaft“, „Neues Publikum“ und „Finanzierung“. Insbesondere für eine Überdachung des Domplatzes könne sie sich vorstellen, private Mittel aufzutreiben. Sie freue sich auf die künftige Zusammenarbeit, endete sie in Richtung des kommenden Intendanten: „Lieber Peter, herzlich willkommen!“

Quelle: APA

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