Kulturfesttage am Liebfrauenberg widmen sich dem Erinnern

Der Kulturverein Mesnerstüble veranstaltet von 18. Oktober bis 13. November die Kulturfesttage „Von den letzten Dingen“ am Liebfrauenberg in Rankweil. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gesellschaften mit Erinnerung und Vergänglichkeit umgehen.
Am Liebfrauenberg in Rankweil findet heuer eine Veranstaltungsreihe statt, die sich mit Erinnerungskultur, Tod und Vergänglichkeit auseinandersetzt. Die Kulturfesttage „Von den letzten Dingen“ werden vom Kulturverein Mesnerstüble organisiert und laufen von 18. Oktober bis 13. November.
Der Liebfrauenberg ist seit Jahrhunderten Wallfahrtsort und beherbergt die Basilika mit dem Silbernen Kreuz und dem Gnadenbild der Mutter Maria. Ein Mosaik von Martin Häusle erinnert an die Opfer beider Weltkriege. Das Mesnerstüble wurde in den vergangenen Jahren zu einem Ort für Kunst, Kultur und Begegnung entwickelt.
Erinnerung als gesellschaftlicher Prozess
Die Veranstaltungsreihe stellt die Frage, an wen sich eine Gesellschaft erinnert und wen sie vergisst. Symbole, Schrift, Plätze und Denkmäler prägen die Wahrnehmung von Vergangenem. Diese Formen des Gedenkens sind nicht unveränderlich, sondern spiegeln gesellschaftliche und politische Haltungen wider und werden je nach Zeitgeist unterschiedlich gelesen und interpretiert.
Tod und Vergänglichkeit werden dabei als Bestandteile des Lebens in jeder Kultur und zu jeder Zeit verstanden. Die Festtage bieten Zugänge, die nachdenklich, neugierig und mitunter auch humorvoll sind.
Konzerte, Lesungen und Totenmahl
Das Programm startet mit einem Konzert von Trickster Flint in der St.-Michaels-Kirche. Das Album „Tektonik“ beschäftigt sich mit dem Entstehen und Vergehen von Landschaften. Der Rankweiler Schriftsteller Daniel Nachbaur spricht über Texte zu Leben, Tod und menschlichem Dasein.
Eine gemeinsame Lektüre mit Daniel Furxer sowie der Märchenabend „Der Tod und die Nuss“ mit Polo Noyalet setzen literarische Akzente. Bei der Ripple-Partie zu Allerheiligen und beim interkulturellen Totenmahl wird Erinnerung als gemeinschaftliche und kulinarische Praxis erlebbar.
Totentanz auf dem Friedhof als Höhepunkt
Den Abschluss bilden drei Aufführungen von „Alles ist hin. Totentanz auf dem Liebfrauenberg“ auf dem Friedhof der Basilika. Eine Lebende begegnet der Todin, begleitet von Schauspiel, Texten, Violine, Orgel und dem Bürger:innenchor des Vorarlberger Landestheaters.
Die Inszenierung knüpft an die Tradition des Totentanzes an und überträgt sie auf den Liebfrauenberg. Gräber, Wehrgang und Basilika werden Teil der Aufführung, in der Vergänglichkeit unmittelbar mit dem Ort verbunden ist.
Informationen zum Programm gibt es unter rankweil.at/veranstaltungen oder mesnerstueble.com.
Quelle: https://www.rankweil.at/Man_sieht_nur_mit_dem_Herzen_gut_
Worüber spricht Rankweil?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – 1x pro Woche für Gemeinden.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.