Kunst am Bau: Schabus und Feiersinger gestalten Psychiatrie

An der Universitätsklinik für Psychiatrie und der Forensik in Salzburg wurden zwei Kunstprojekte vorgestellt.
Nach der Eröffnung des neuen Psychiatriegebäudes im September präsentierten gestern Hans Schabus und Werner Feiersinger ihre Arbeiten für die Kunst am Bau. Beide Künstler hatten sich in geladenen Wettbewerben durchgesetzt.
Drei Edelstahlrohre an der Forensik
Hans Schabus schuf für die neue Forensik am Campus CDK das Werk „KÖRPER, RAUM, ZEIT“. Drei gebürstete Edelstahlrohre mit 14 Metern Länge lehnen an drei Außenseiten des Holzbaus. Ihr Durchmesser entspricht einer menschlichen Schulterbreite. Die Rohre ragen leicht über das Flachdach hinaus und bilden mit dem Gebäude eine Einheit.
Laut Jury kommuniziert das Werk mit der Architektur und spielt mit dem Gegensatz zwischen Leichtigkeit und Gewicht. Schabus, der an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli studierte und seit 2012 an der Universität für Angewandte Kunst die Abteilung für Skulptur und Raum leitet, erklärte: „Das Rohr als Element der Verbindung an der forensischen Psychiatrie wird hier manifest für eine Perspektive der Wiederherstellung und Orientierung.“
Die drei Rohre stünden für drei Richtungen und drei Dimensionen, so der Künstler. Sie verwiesen auf eine räumliche und zeitliche Ordnung. „Die Rohre stehen auch für Stützen und Halten“, ergänzte Schabus. Der Zugang zu existentiellen Fragen verbinde ihn als Künstler mit den künftigen Insassen.
Wolfgang Aichhorn betonte: „Die Rohre von Hans Schabus fügen sich ideal in den Bau ein und sind kein aufgesetztes Kunstwerk. Das Gebäude auf einer der letzten Bauflächen in der CDK bekommt dadurch Bedeutung.“
Katzen und Linien in den Lichthöfen
Für die Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik gestaltete Werner Feiersinger das Projekt „Cats and Lines“. In den vier Lichtatrien platzierte der Bildhauer und Fotograf aus Brixlegg Linienskulpturen und Katzen. Aufgrund der sensiblen Umgebung war ein behutsamer Umgang mit Formen, Farben und Motiven gefordert.
Feiersinger, der an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und an der Jan van Eyck-Akademie in Maastricht studierte, beschrieb seine zeichenhaften Objekte als angesiedelt zwischen Prothese und Schriftzeichen. Jedes sei für den jeweiligen Ort konzipiert. Wie Satzzeichen in verschiedenen Positionen lösten sie trotz formaler Strenge Überraschung oder Schmunzeln aus. Die Katzen repräsentierten Archetypen und erlaubten verschiedene Interpretationen.
Hildegund Amanshauser hob hervor, dass Kunst im öffentlichen Raum in besonderer Weise auf Dialog angelegt sei. Die beiden Kunstwerke in sensibler Umgebung seien besonders gelungene Beispiele dafür.
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