Kunststoff-Cluster feiert 20 Jahre Kooperation

Niederösterreich und Oberösterreich blicken auf zwei Jahrzehnte erfolgreicher Zusammenarbeit im Kunststoff-Cluster zurück. Die Innovationsplattform vernetzt 330 Partnerunternehmen mit 58.800 Beschäftigten.
Der Kunststoff-Cluster verbindet Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Bildungspartner entlang der gesamten Wertschöpfungskette und gilt als eine der wichtigsten Innovationsplattformen der Branche. Heuer feiert die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit zwischen Niederösterreich und Oberösterreich ihr 20-jähriges Bestehen.
Bei der Jubiläumsfeier in der Spitzenfabrik in St. Pölten würdigten die Wirtschaftsagentur ecoplus und die Standortagentur Business Upper Austria gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft die erfolgreiche Kooperation. Oberösterreichs Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) eröffnete die Feier per Videobotschaft, Nationalratsabgeordneter Fritz Ofenauer übernahm die Eröffnung vor Ort für Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Bedeutender Wirtschaftsfaktor in beiden Bundesländern
Die Kunststoffbranche zählt zu den leistungsstärksten Wirtschaftsmotoren der beiden Bundesländer. In Oberösterreich erwirtschaften 220 Unternehmen mit mehr als 35.000 Beschäftigten jährlich 12,4 Milliarden Euro Umsatz. Rund 80 Prozent dieser Betriebe sind Mitglied im Kunststoff-Cluster Oberösterreich.
„Die Zentren der österreichischen Branche befinden sich aber nicht nur in Ober- sondern auch in Niederösterreich“, betonte Achleitner. Die beiden Bundesländer hätten daher früh über einen gemeinsam geführten Cluster gesprochen, um länderübergreifende Kooperationen zu fördern. Durch die enge Verzahnung von Leitbetrieben, innovativen KMU und Forschungseinrichtungen konnten zahlreiche zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden.
Nationalratsabgeordneter Ofenauer hob hervor, dass in einer sich rasant verändernden Welt die Bereitschaft zu ständigem Know-how-Transfer und hoher Innovationskraft die Basis für wirtschaftlichen Erfolg sei. „Das 20-jährige Kooperationsjubiläum zeigt, wie stark ein Standort wird, wenn man Kräfte bündelt und gemeinsame Wege geht“, so Ofenauer.
330 Partnerunternehmen im Netzwerk
Werner Pamminger, Geschäftsführer von Business Upper Austria, informierte über die Entwicklung des Clusters. Dieser wurde 1999 in Oberösterreich gegründet, die Kooperation mit Niederösterreich erfolgte 2006. Heute umfasst das Netzwerk österreichweit 330 Partnerunternehmen mit 58.800 Mitarbeitenden und einem Gesamtumsatz von mehr als 20,5 Milliarden Euro. 73 Prozent der Unternehmen sind KMU, zehn Prozent stammen aus dem Ausland.
Der Kunststoff-Cluster gilt mit seiner starken industriellen Basis als europaweit anerkanntes Best-Practice-Beispiel für erfolgreiche Clusterarbeit. Die Kooperation habe nicht nur die kritische Masse für Innovation geschaffen, sondern auch neue Impulse für Wissensaustausch und Technologietransfer ermöglicht, erklärte Pamminger.
Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung
Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus, bezeichnete „Innovation durch Kooperation“ als Erfolgsrezept der Clusterarbeit. Die großen Herausforderungen der Zeit ließen sich nur im Zusammenspiel von Unternehmen, Forschung und Regionen lösen.
Bei der Veranstaltung wurden in Podiumsdiskussionen zentrale Herausforderungen des Wirtschaftsstandorts und der Kunststoffbranche beleuchtet. Die Keynote von Roman Szeliga zum Thema „Herzschlagqualität im Zeitalter der KI“ eröffnete neue Perspektiven auf den Faktor Mensch in einer zunehmend technologisierten Welt.
In Zukunft will das Netzwerk noch gezielter auf Themen wie nachhaltige Materialien, Kreislaufwirtschaft und digitale Transformation ausrichten. Ziel sei es, die Unternehmen bei diesen Veränderungen bestmöglich zu begleiten und gemeinsam innovative Lösungen „Made in Austria“ zu entwickeln.
Die ecoplus Cluster und Plattformen bilden gemeinsam mit den Technopolen das niederösterreichische Innovationsökosystem, das von ecoplus umgesetzt und von der Europäischen Union kofinanziert wird.

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