Lainsitztal: Gemeinden setzen auf digitale Verwaltung
Sechs Gemeinden im Waldviertel haben ihren Digitalisierungsstand erhoben und wollen künftig verstärkt auf elektronische Aktenführung und digitale Services setzen. Beim Austausch am 19. Mai wurden konkrete Schritte besprochen.
Die Gemeinden Bad Großpertholz, Großschönau, Moorbad Harbach, St. Martin, Unserfrau-Altweitra und Weitra haben mit dem „Digi-Kompass“ der Dorf- & Stadterneuerung eine Bestandsaufnahme ihrer Digitalisierung durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am 19. Mai 2026 im Gemeindeamt Bad Großpertholz gemeinsam diskutiert.
Die Kleinregion Lainsitztal will die Möglichkeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz gezielt einsetzen, um Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten und den Service für die Bevölkerung zu verbessern.
„Ziel ist es, Digitalisierung dort einzusetzen, wo sie tatsächlich einen Mehrwert bringt – etwa bei Verwaltungsprozessen, der internen Zusammenarbeit oder neuen digitalen Services“, erklärte Christian Haider, zertifizierter KI-Trainer der Dorf- & Stadterneuerung, der den Workshop leitete. Digitalisierung solle für die Gemeinden keine Hürde, sondern eine Unterstützung im Arbeitsalltag sein.
Onlinebefragung in sechs Bereichen
Mit dem „Digi-Kompass“ erfassen Gemeinden ihren aktuellen Stand mittels einer Onlinebefragung in sechs zentralen Bereichen: digitale Kommunikation, digitale Verwaltungsservices, Verwaltungsorganisation und Aktenführung, interne Zusammenarbeit, technische Infrastruktur und IT-Sicherheit sowie digitale Strategie und Kompetenzen.
Die Ergebnisse werden von Fachleuten der Universität für Weiterbildung Krems sowie der Dorf- & Stadterneuerung analysiert und gemeinsam mit den Gemeinden besprochen. In der Kleinregion Lainsitztal wurde diese Nachbesprechung bewusst als gemeinsamer Austausch aller Regionsgemeinden organisiert. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch zwischen Politik und Verwaltung wird hier seit Jahren gepflegt.
Elektronischer Akt als Schwerpunkt
Einigkeit herrschte darüber, dass insbesondere die schrittweise Einführung des Elektronischen Akts (ELAK) in Bereichen wie Buchhaltung, Bauamt oder Archiv großes Potenzial bietet. Als Best-Practice-Beispiel wurde die ELAK-Lösung der GEMDAT diskutiert, die Gemeinden bei einer modernen und effizienteren Verwaltungsorganisation unterstützen kann. Über entsprechende Angebote und weitere digitale Lösungen möchten sich die Regionsgemeinden im Laufe des Jahres gemeinsam mit Unterstützung der Dorf- & Stadterneuerung näher informieren.
Auch weitere digitale Werkzeuge standen im Mittelpunkt des Austauschs. So wurde unter anderem die digitale Zeiterfassung der Firma Fink als mögliche Unterstützung im Verwaltungsalltag thematisiert. Darüber hinaus stellte die Gemeinde Großschönau ihren bereits erarbeiteten Contentplan für die digitalen Kommunikationskanäle vor, der als praxisnahes Beispiel für eine strukturierte und bürgernahe Informationsarbeit dient.
Digitale Services werden zu wenig genutzt
Bereits jetzt sind die Gemeinden der Kleinregion in den Bereichen digitale Kommunikation und digitale Verwaltungsservices großteils gut aufgestellt. Einige Gemeinden bieten bereits viele Angebote – etwa Online-Formulare für Ansuchen oder die Gem2Go-App mit aktuellen Informationen aus der Gemeinde – werden von der Bevölkerung jedoch noch zu wenig genutzt. Die Verwaltungsmitarbeitenden wünschen sich daher eine stärkere Inanspruchnahme dieser digitalen Services. Informationen dazu sind auf den jeweiligen Gemeindewebseiten verfügbar.
Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus den Regionsgemeinden sowie mit den Fachleuten wurde von allen Beteiligten als sehr wertvoll und praxisnah bewertet.
Quelle: https://www.weitra.gv.at/Digitale_Zukunft_in_der_Kleinregion_1
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