Landecker Tunnel: Erste Vollsperre ab 12. Oktober

Mona HopfingerMona Hopfinger
Landdecker Tunnel A12 Inntal Autobahn: Haupttunnel und Rettungstunnel im Bau
© Mit KI (Gemini) generiert

Ab 12. Oktober wird der Landecker Tunnel für rund acht Wochen komplett gesperrt. Die Asfinag investiert 292 Millionen Euro in die Modernisierung und den Bau eines Flucht- und Rettungstunnels. Umfangreiche Begleitmaßnahmen sollen die Auswirkungen abfedern.

Die erste Vollsperre des Landecker Tunnels auf der A 12 Inntal Autobahn beginnt am 12. Oktober 2026 und dauert voraussichtlich bis 7. Dezember. Damit startet eine neue Bauphase beim größten Infrastrukturprojekt im Tiroler Oberland. Die Asfinag modernisiert den bestehenden Tunnel und errichtet parallel einen 6.708 Meter langen Flucht- und Rettungstunnel. Das Gesamtvolumen der Investition beträgt 292 Millionen Euro.

Nachdem eine ursprünglich geplante Sperre im Frühjahr in Nachtschichten umgewandelt werden konnte, stellt die achtwöchige Vollsperre nun die erste große Herausforderung für den gesamten Talkessel dar. Die Asfinag rechnet trotz umfangreicher Vorbereitungen mit Behinderungen und Verzögerungen.

Sicherheitsstandards erfordern umfassende Modernisierung

Seit der Inbetriebnahme des Tunnels haben sich die technischen Anforderungen und gesetzlichen Sicherheitsstandards wesentlich weiterentwickelt. Um den Tunnel auch künftig sicher betreiben zu können, sind umfassende Modernisierungsmaßnahmen notwendig. Im Mittelpunkt steht der Neubau des eigenen Flucht- und Rettungstunnels.

Eine rasche und sichere Evakuierung im Ernstfall gewährleistet der Rettungstunnel. Über Querschläge, die höchstens 300 Meter auseinanderliegen, erreichen Menschen einen rauchfreien, geschützten Bereich. Parallel dazu werden sämtliche sicherheitsrelevanten Anlagen im Bestandstunnel erneuert, darunter Energieversorgung, Beleuchtung, Lüftungssysteme, Brandmeldetechnik sowie Notruf- und Funkanlagen. Zudem werden Entwässerungseinrichtungen und Fahrbahn modernisiert.

Baufortschritt liegt im Zeitplan

Seit Oktober 2025 wird gearbeitet, und zwar planmäßig. Rund 3.000 Meter des neuen Flucht- und Rettungstunnels sind inzwischen ausgebrochen. Weil der Bauablauf in den vergangenen Monaten angepasst wurde, blieben längere Sperren bisher aus, ab Herbst lassen sich Vollsperren technisch aber nicht mehr umgehen.
Für den Bau einer neuen Lüfternische muss der gesamte Tunnelquerschnitt auf einer Länge von 36 Metern aufgeweitet werden, was ausschließlich unter Vollsperre möglich ist. Dazu kommen Umbauten an der Lüftungsanlage und an den elektromaschinellen Ausrüstungen.

Begleitmaßnahmen in Fließ, Zams und Landeck

Gemeinsam mit den Gemeinden Landeck, Zams und Fließ, den Behörden und weiteren Partnern hat die Asfinag ein umfangreiches Begleitkonzept ausgearbeitet. Es soll die Leistungsfähigkeit der Umleitungsstrecken steigern und die Belastungen entlang des Straßennetzes möglichst gering halten.
In Fließ errichtet man im Bereich Nesselgarten einen neuen Pendlerparkplatz samt temporärer Bushaltestelle, die Pendlerinnen und Pendlern zusätzliche Umstiegsmöglichkeiten auf öffentliche Verkehrsmittel bietet.
In Landeck wurde bereits die Engstelle beim Schwarzen Adler aufgeweitet. Anfang Oktober folgen Dosierampeln bei Landeck Süd und Landeck West zur Steuerung des Verkehrsflusses. Eine zusätzliche Ampelanlage in der Jöchlerkurve verhindert Begegnungen von Lastkraftwagen. Entlang der L76 im Stadtkern werden Stellplätze verlegt, um mehr Fahrbahnbreite zu gewinnen, und neue Busbuchten bei der Rathausgarage und in Bruggen sollen den öffentlichen Verkehr attraktiver machen. Seit Mitte September entsteht beim Hofer-Markt ein zusätzlicher Linksabbieger. Eine neue Beschilderung auf dem untergeordneten Straßennetz informiert die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer frühzeitig über die beste Routenwahl.
In Zams schuf man am Hauptplatz zwei zusätzliche Linksabbieger, baute eine neue Busbucht und verlegte Stellplätze. Diese baulichen Maßnahmen, an deren Finanzierung sich die Asfinag beteiligte, sind abgeschlossen. Anfang Oktober geht bei der Anschlussstelle Landeck-Zams eine Dosierampel in Betrieb, und auch das untergeordnete Straßennetz erhält eine erweiterte Beschilderung.

Änderungen im öffentlichen Verkehr

Während der Tunnelsperre (12. Oktober bis voraussichtlich 7. Dezember) fahren einige Buslinien geänderte Routen, einzelne Haltestellen werden verlegt oder vorübergehend nicht bedient, Verspätungen sind möglich.
Stadtbus Linie 1 fährt von Zams/Lochputz über den Bahnhof nach Landeck. Auf der Linie 210 (Nauders–Landeck) steuert der Schülerkurs um 6.10 Uhr ab Nauders zuerst Landeck Bruggen (Uni Campus) und dann das Krankenhaus an, der Kurs um 5.50 Uhr fährt direkt zum Bahnhof Landeck/Zams. Die Linie 273 (Landeck–Mals) wird durch Landeck umgeleitet, startet und endet am Bahnhof Landeck Zams und bedient Zams Krankenhaus/Parkplatz nicht.
Landeck Stadtplatz wird von keiner Linie angefahren. Landeck Rathausgarage entfällt Richtung Zentrum und rückt Richtung Oberes Gericht rund 50 Meter südlich zur Polizei Landeck, Landeck Bruggen (Richtung Zentrum) wandert rund 100 Meter westlich zur Spenglerei Lechleitner. In Fließ Nesselgarten hält gegenüber vom Schauraum Gitterle (Richtung Landeck) eine neue Haltestelle für den Pendlerparkplatz, bedient von den Linien 210, 220, 230 und 273.
Fahrpläne und Echtzeit-Infos: SmartRide-App und vvt.at.

Fertigstellung bis Ende 2030 geplant

Die erste Vollsperre vom 12. Oktober bis Anfang Dezember stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem deutlich sichereren und moderneren Landecker Tunnel dar. Nach Bauende Ende 2030 verfügt das Tiroler Oberland über Tunnel nach höchsten Sicherheitsstandards.

Quelle: https://www.asfinag.at/ueber-uns/presse/pressemeldungen/sperre-landecker-tunnel

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